Studie: Naturkatastrophen senken Konsum trotz Vollversicherung
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Studie: Naturkatastrophen senken Konsum trotz Vollversicherung

Eine neue Studie der Norges Bank zeigt: Naturkatastrophen haben selbst bei voller Versicherung weitreichende indirekte Folgen für Haushalte. Der Konsum sinkt langfristig um bis zu 45 Prozent der direkten Schäden.

Konsum bricht ein trotz voller Deckung

Eine neue Studie der Norges Bank enthüllt, dass Naturkatastrophen selbst bei vollständiger Versicherung erhebliche und dauerhafte indirekte wirtschaftliche Folgen für Haushalte haben.

In Norwegen, wo eine universelle Naturkatastrophenversicherung direkte physische Schäden vollständig kompensiert, konnten die Forscher diese indirekten Effekte isolieren.

Die Analyse von detaillierten Transaktionsdaten und administrativen Haushaltsdaten zeigt einen kumulativen Konsumrückgang von bis zu 45 Prozent der direkten Schäden über vier Jahre nach einem Ereignis.

Dieser Rückgang ist besonders ausgeprägt bei anpassungsfähigeren Ausgabenkategorien wie langlebigen Gütern und nicht-essenziellen Ausgaben, was auf eine aktive Anpassung des Haushaltskonsums hindeutet, um die Wohlfahrtsauswirkungen der Katastrophen zu glätten.

Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Kosten von Naturkatastrophen weit über den versicherten Wert zerstörter Immobilien hinausgehen.

Arbeitsmarkt und Immobilien als Trans­mis­si­ons­rie­men

Die Studie identifiziert zwei Hauptmechanismen für den Konsumrückgang.

Erstens sinkt das verfügbare Einkommen nach Katastrophen, primär durch geringere Arbeitseinkommen und steigende Arbeitslosigkeit.

Dies tritt besonders auf, wenn Schäden bei Unternehmen konzentriert sind, was auf Störungen lokaler Arbeitsmärkte hindeutet.

Zweitens verringert sich das Haushaltsvermögen, fast ausschließlich durch sinkende Immobilienwerte.

Diese Verluste entstehen, weil Katastrophen die Risikowahrnehmung ändern und die Nachfrage nach Wohnraum in betroffenen Gebieten reduzieren.

Hausbesitzer reduzieren ihren Konsum deutlich stärker als Mieter, obwohl ihre Einkommensverluste ähnlich sind.

Diese Arbeitsmarkt- und Immobilienmarktkanäle verstärken sich gegenseitig und zeigen, wie indirekte Effekte von Naturkatastrophen sich ausbreiten.