Geldpolitik wirkt nicht linear auf Löhne
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Geldpolitik wirkt nicht linear auf Löhne

Löhne reagieren asymmetrisch auf geldpolitische Impulse: Eine Norges Bank Studie zeigt, dass expansive Politik Löhne in engen Arbeitsmärkten stark erhöht, während restriktive Politik kaum Lohnsenkungen bewirkt.

Asymmetrische Lohnanpassung

Die Studie von Knut Are Aastveit, Jonas Hölz, Nicolò Maffei-Faccioli und Gisle J. Natvik von der Norges Bank und BI Norwegian Business School untersucht, wie die Arbeitsmarktenge die Transmission der Geldpolitik auf die Löhne beeinflusst.

Sie finden ausgeprägte Nichtlinearitäten bei der Lohnanpassung: Expansive Geldpolitik erhöht die Löhne stark, wobei der Durchschlag in engen Arbeitsmärkten bis zu viermal größer ist als in lockeren.

Im Gegensatz dazu führen kontraktive Schocks kaum zu Lohnsenkungen, unabhängig von der Arbeitsmarktenge.

Dies ist konsistent mit einer Abwärtsrigidität der Nominallöhne.

Diese Ergebnisse implizieren, dass die nichtlineare geldpolitische Transmission teilweise auf der Lohnfestsetzungsstufe entsteht: Enge Arbeitsmärkte verstärken Lohnreaktionen während Expansionen, während Lohnrigidität die Anpassung während Kontraktionen begrenzt.

Da Löhne einen großen Anteil der Grenzkosten ausmachen, bieten diese nichtlinearen Lohnreaktionen eine mikroökonomische Grundlage für zustandsabhängige Inflationsdynamiken und helfen, das starke Lohnwachstum und die hartnäckige Inflation in der jüngsten Periode außergewöhnlicher Arbeitsmarktenge zu erklären.

Der Lohnkanal der Geldpolitik

Die Forscher nutzen US-Daten auf Bundesstaatenebene und hochfrequent identifizierte geldpolitische Schocks.

Sie schätzen zustandsabhängige Lohnreaktionen mittels lokaler Projektionen, die es ermöglichen, Effekte sowohl mit dem Vorzeichen des Schocks als auch mit der lokalen Arbeitsmarktenge zu variieren.

Der zentrale Identifikationsvorteil ihres Ansatzes ist, dass die Variation der Arbeitsmarktenge zwischen den Bundesstaaten vorgegebene Unterschiede in den wirtschaftlichen Bedingungen liefert, durch die sich ein gemeinsamer geldpolitischer Schock ausbreitet.

Dies ermöglicht die Identifizierung der zustandsabhängigen Lohnübertragung, ohne strukturelle Beschränkungen aufzuerlegen.

Im Gegensatz zur bestehenden Literatur, die nichtlineare Inflationsreaktionen aus den Inflationsergebnissen ableitet, identifiziert dieser Ansatz direkt den Lohnkanal der geldpolitischen Transmission selbst.

Die Stärke des Lohn-Durchschlags bestimmt, wie stark die Geldpolitik die Inflation beeinflusst, wenn die Arbeitsmärkte außergewöhnlich eng werden.

Herausforderung für die Notenbanken

Die Studie liefert eine wichtige mikroökonomische Fundierung für die beobachteten nichtlinearen Inflationsdynamiken.

Sie zeigt, dass die Geldpolitik in engen Arbeitsmärkten eine besondere Herausforderung darstellt: Expansive Impulse sind dort deutlich inflationärer, während restriktive Maßnahmen kaum in der Lage sind, das Lohnwachstum zu bremsen.

Dies erschwert die Inflationsbekämpfung und unterstreicht die Notwendigkeit, die Arbeitsmarktlage bei geldpolitischen Entscheidungen stärker zu berücksichtigen.