Neue Regeln für Online-Finanzmarketing in Kraft
Acht chinesische Behörden, darunter die PBOC, erlassen gemeinsame Verwaltungsmaßnahmen für das Online-Marketing von Finanzprodukten. Ziel ist die Regulierung des digitalen Finanzvertriebs und der Schutz von Verbrauchern.
Digitale Transformation erfordert klare Grenzen
Die People's Bank of China (PBOC) hat zusammen mit sieben weiteren Behörden, darunter dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) und der Nationalen Finanzaufsichtsbehörde (NFRA), neue Verwaltungsmaßnahmen für das Online-Marketing von Finanzprodukten veröffentlicht.
Hintergrund ist die beschleunigte digitale Transformation der Finanzbranche, die das Internet zu einem wichtigen Vertriebskanal gemacht hat.
Gleichzeitig sind jedoch Risiken wie irreführende Werbung, monopolistisches Verhalten und die Verletzung der öffentlichen Ordnung aufgetreten.
Die Kommunistische Partei Chinas und der Staatsrat haben wiederholt eine Stärkung der Regulierung der Plattformökonomie gefordert, um alle Finanzaktivitäten gesetzeskonform zu überwachen.
Die Maßnahmen sollen die legitimen Rechte und Interessen von Finanzkonsumenten und Investoren schützen und treten am 30. September 2026 in Kraft.
Umfassende Regulierung von Plattformen und Inhalten
Die neuen Regeln umfassen Finanzinstitute sowie Drittanbieter-Internetplattformen, die im Auftrag von Finanzinstituten Marketing betreiben.
Finanzinstitute sind für die Rechtmäßigkeit und Compliance ihrer Marketinginhalte verantwortlich und müssen Überprüfungsmechanismen etablieren.
Plattformen müssen die Offenlegung von Informationen verbessern und dürfen keine illegalen Finanzaktivitäten bewerben, wie etwa illegale Geldbeschaffung, Wertpapierhandel oder virtuelle Währungen.
Es ist ihnen untersagt, Geschäfte weiter zu vergeben oder Nutzer auf andere Marketingplattformen umzuleiten.
Marketinginhalte müssen präzise und verständlich sein, dürfen nicht irreführen und unterliegen spezifischen Anforderungen für algorithmusgesteuerte Empfehlungen und Live-Streaming-Marketing.
Verboten sind Phrasen wie 'niedrige Schwelle' für Kreditprodukte oder die Verwechslung von Zahlungsinstrumenten mit Kreditprodukten.
Ordnung im Wildwuchs des Online-Finanzvertriebs
Die neuen Maßnahmen sind ein längst überfälliger Schritt, um den Wildwuchs im Online-Finanzmarketing einzudämmen.
Sie schaffen dringend benötigte Klarheit und schützen Verbraucher vor unseriösen Angeboten und Praktiken.
Allerdings bedeuten sie auch einen erheblichen Compliance-Aufwand für Finanzinstitute und Plattformen, die ihre Marketingstrategien grundlegend überarbeiten müssen.