Australien schafft Aufschläge für Kartenzahlungen ab und senkt Gebühren
Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat die Abschaffung von Aufschlägen für Kartenzahlungen und die Senkung von Interchange-Gebühren beschlossen. Diese Reformen sollen die Transparenz erhöhen und die Effizienz im australischen Zahlungssystem fördern.
Aufschläge fallen weg, Gebühren sinken
Die Payments System Board (PSB) der RBA hat die Abschaffung von Aufschlägen auf Debit-, Prepaid- und Kreditkarten in den Netzwerken von eftpos, Mastercard und Visa beschlossen.
Das über zwei Jahrzehnte alte Aufschlagssystem habe seinen ursprünglichen Zweck, Konsumenten zu effizienteren Zahlungsoptionen zu lenken, nicht mehr erfüllt.
Gründe hierfür sind die verbreitete Praxis gleicher Aufschläge für alle Karten, Durchsetzungsprobleme und der Rückgang von Bargeld.
Die Maßnahme soll Kartenzahlungen vereinfachen, die Transparenz erhöhen und den Wettbewerb unter Zahlungsdienstleistern fördern.
Parallel dazu werden die Obergrenzen für Interchange-Gebühren gesenkt, was die Kosten für australische Unternehmen bei der Akzeptanz von Kartenzahlungen reduziert.
Kleine Unternehmen, die oft höhere Gebühren zahlen, sollen davon am meisten profitieren.
Transparenz als Wettbewerbsmotor
Zur Stärkung des Wettbewerbs wird die Transparenz über die von Kartensystemen und Zahlungsdienstleistern erhobenen Gebühren erhöht.
Dies soll den Wettbewerb fördern und Unternehmen helfen, bessere Konditionen zu finden.
Die meisten Änderungen, wie die Abschaffung der Aufschläge und die Senkung der Interchange-Obergrenzen für inländische Transaktionen, treten am 1. Oktober 2026 in Kraft.
Weitere Transparenzmaßnahmen und eine Interchange-Obergrenze für ausländische Karten folgen am 1. April 2027.
Die RBA plant zudem, Mitte 2026 eine Konsultation zu weiteren Bereichen des Einzelhandelszahlungssystems zu starten, darunter mobile Wallets und 'Buy-now, pay-later'-Dienste.