Hauser: US-Dollar-Status als sicherer Hafen wandelt sich graduell
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Hauser: US-Dollar-Status als sicherer Hafen wandelt sich graduell

Der Status des US-Dollars als sicherer Hafen wird intensiv diskutiert. RBA-Vize-Gouverneur Andrew Hauser analysiert die Evidenz und kommt zu dem Schluss, dass der Wandel eher graduell als dramatisch ist. Die Erosion ist langsam, nicht abrupt.

Sicherheit und Absicherung: Keine dramatische Erosion

Ein sicherer Hafen zeichnet sich durch minimale Kreditrisiken, inverse Korrelation zu Risikoaktiva und hohe Liquidität aus.

Diese Kriterien erfüllte der US-Dollar in den letzten Jahrzehnten.

Jüngste Ereignisse, wie die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch Moody's im Mai 2025 und die Diskussionen um den 'Liberation Day' im April 2025, ließen die Kosten für eine US-Staatspleite kurzzeitig steigen.

Doch die CDS-Spreads fielen schnell auf ihr langfristiges Mittel zurück – ein Zeichen, dass die wahrgenommene Sicherheit kaum dauerhaft gelitten hat.

Auch die Absicherungseigenschaften des Dollars sind nicht immer perfekt.

Im April 2025 wertete der Dollar entgegen seiner 'üblichen' Rolle ab, was auf Unsicherheiten in der US-Politik und fallende Aktienkurse zurückzuführen war.

Historisch gesehen ist der Dollar vor allem bei Finanzierungsstress ein starker Hedge.

Die jüngsten Angriffe auf den Iran zeigten jedoch erneut seine Stärke als sicherer Hafen.

Liquidität und Reservehaltung: Langsame Diversifizierung

Die Liquidität des US-Dollars bleibt entscheidend für seine globale Rolle.

Obwohl der 'Convenience Yield' 2025 leicht sank, bleiben US-Devisen und Staatsanleihen die liquidesten Märkte.

Die Fed hat zudem mit neuen Instrumenten wie der Standing Repo Facility die Marktstabilität erhöht.

Parallel dazu diversifizieren sich offizielle Währungsreserven, wie IWF-Daten belegen, weg vom Dollar – hin zu Gold und anderen Währungen.

Diese Umschichtungen erfolgen jedoch 'eiszeitlich' langsam.

Der Dollar hält weiterhin fast die Hälfte aller globalen Reserven und wird von Managern als die sicherste und liquideste Leitwährung angesehen, trotz geopolitischer Herausforderungen.

Wandel durch Aktien und das Ende eines Privilegs

Der Anstieg der Portfoliozuflüsse in US-Aktien verändert die Zusammensetzung der Auslandsverbindlichkeiten und erhöht den Absicherungsbedarf privater Investoren.

Dies könnte das 'exorbitante Privileg' der USA, ein großes Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren, langfristig untergraben.

Doch der Status des Dollars wandelt sich graduell und mit Rückschlägen, nicht abrupt, was die Komplexität solcher historischen Verschiebungen unterstreicht.

Quelle: Speech: On the Safe-haven Status of the US Dollar

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