RBA präzisiert duales Mandat und Inflationsstrategie
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RBA präzisiert duales Mandat und Inflationsstrategie

Sarah Hunter, stellvertretende Gouverneurin der RBA, erläutert die jüngsten Anpassungen des dualen Mandats der Zentralbank. Sie beleuchtet, wie diese die geldpolitische Strategie und Operationen beeinflussen.

Klarheit für Australiens Zentralbankziele

Eine umfassende und unabhängige Überprüfung der RBA in den Jahren 2022/23 bestätigte die grundlegende Solidität des geldpolitischen Rahmens Australiens.

Dennoch empfahl sie eine klarere Definition der Ziele.

Infolgedessen wurden wichtige Änderungen vorgenommen, um das Mandat der RBA zu präzisieren und ihre Ziele zu verdeutlichen.

Das übergeordnete Ziel der RBA ist nun die Förderung des wirtschaftlichen Wohlstands und Wohlergehens der australischen Bevölkerung.

Für den EZB-Rat bedeutet dies, die Politik so zu gestalten, dass sowohl Preisstabilität (Rückkehr zum Mittelpunkt des 2-3-Prozent-Inflationsziels) als auch Vollbeschäftigung (nachhaltig und inklusiv, vereinbar mit niedriger Inflation) bestmöglich erreicht werden.

Der Rat muss die Ziele nicht immer gleich gewichten und kommuniziert klar, wenn Abweichungen erwartet werden.

RBA-Strategie im internationalen Vergleich

Nach der COVID-19-Pandemie erlebte Australien, wie viele andere Volkswirtschaften, einen starken Inflationsanstieg und einen sehr angespannten Arbeitsmarkt.

Die RBA reagierte mit einer Strategie, die Inflation nachhaltig und in einem angemessenen Zeitrahmen zum Ziel zurückzuführen, während der Arbeitsmarkt sich schrittweise an die Vollbeschäftigung anpasst.

Dies führte zu einem weniger restriktiven Zinspfad als bei vielen anderen Zentralbanken.

Zwischen Februar und August 2025 senkte die RBA den Leitzins von 4,35 auf 3,6 Prozent.

Angesichts einer widerstandsfähigeren Weltwirtschaft, stärkerer privater Nachfrage und einer stabilisierten Arbeitsmarktlage wurde der Leitzins jedoch auf 3,85 Prozent angehoben, um die Inflation wieder auf Kurs zu bringen.

Hypothetische Pfade, reale Dilemmata

RBA-Modelle zeigen, dass ein aggressiverer Zinspfad die Inflation zwar schneller gesenkt, aber die Arbeitslosigkeit erheblich erhöht hätte.

Die Zentralbank entschied sich bewusst für einen graduelleren Ansatz, um die Arbeitsmarkterfolge zu sichern.

Diese Mandatsklarstellungen bestätigen den eingeschlagenen Weg, ohne jedoch eine fundamentale Neuausrichtung der australischen Geldpolitik zu bedeuten.