Hauser: Phillips-Kurve gekrümmt, nicht linear
RBA-Vize Andrew Hauser beleuchtet in seiner Rede die nicht-lineare Natur der Phillips-Kurve. Er betont, dass die Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit gekrümmt und nicht gerade ist.
Die vergessene Krümmung der Phillips-Kurve
Andrew Hauser, stellvertretender Gouverneur der Reserve Bank of Australia (RBA), widmet sich in seiner Sir Douglas Copland Memorial Lecture der Phillips-Kurve.
Er konzentriert sich dabei nicht auf die bekannte inverse Korrelation von Inflation und Arbeitslosigkeit, sondern auf deren nicht-lineare Beschaffenheit.
Jahrzehntelang wurde die ursprüngliche Kurvenform von Phillips zugunsten einer linearen Annahme vernachlässigt – ein Fehler, der sich nach der Covid-Pandemie als kostspielig erwies, als die Inflation bei nahezu Vollbeschäftigung unerwartet stark anstieg.
Hauser betont, dass die RBA Phillips' ursprüngliche Erkenntnis nie ganz vergessen hat und ihre Prognosemodelle bereits eine nicht-lineare Phillips-Kurve enthalten.
Dennoch unterschätzten auch diese Modelle den Inflationsanstieg nach Covid, was die Notwendigkeit eines tieferen Verständnisses der Nicht-Linearitäten unterstreicht.
Warum die Kurve zählt: Drei Treiber der Nicht-Linearität
Die Nicht-Linearität der Phillips-Kurve ist kein technisches Detail, sondern hat erstklassige Implikationen für die Geldpolitik.
Hauser identifiziert drei Hauptquellen für diese Krümmung.
Erstens die abwärts gerichtete nominale Lohnrigidität: Löhne fallen selten, was bei schwacher Wirtschaft die Lohnentwicklung kaum beeinflusst, bei angespanntem Arbeitsmarkt aber schnell steigen lässt.
Zweitens die Beveridge-Kurve, die das Verhältnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen beschreibt.
Bei niedriger Arbeitslosigkeit steigt die Zahl der offenen Stellen stark an, was den Wettbewerb um Arbeitskräfte verschärft.
Drittens nicht-lineare Einstellungskosten, die bei angespanntem Arbeitsmarkt überproportional zunehmen.
Diese Faktoren führen dazu, dass der Inflationsdruck bei sehr niedriger Arbeitslosigkeit rasch ansteigt, während er bei hoher Arbeitslosigkeit stabiler bleibt.
Die Kurve zählt, die Details entscheiden
Die Rede von Andrew Hauser unterstreicht die fundamentale Bedeutung der nicht-linearen Phillips-Kurve für die Geldpolitik.
Die Erkenntnis, dass die Beziehung zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit gekrümmt ist, erfordert eine präzisere Analyse der Marktbedingungen.
Ohne ein tiefes Verständnis für Steigung, Position und mögliche Verschiebungen der Kurve bleiben geldpolitische Reaktionen unzureichend und potenziell ineffektiv.