Supply shocks: RBA navigiert geldpolitische Zielkonflikte
RBA-Vizechefin Hunter erläutert die geldpolitischen Herausforderungen durch Angebotsschocks. Diese erzeugen Zielkonflikte zwischen Inflation und Wirtschaftswachstum.
Angebotsschocks kehren zurück
Die RBA hat das Mandat, die Inflation im Zielband von 2–3 Prozent zu halten und Vollbeschäftigung zu sichern.
Sarah Hunter, Assistant Governor (Economic) der RBA, betonte, dass die Geldpolitik ein Instrument zur Nachfragesteuerung ist und strukturelle Veränderungen nicht beeinflussen kann.
Während Angebotsschocks in den Jahren vor der COVID-19-Pandemie seltener waren, sind sie in jüngster Zeit wieder häufiger aufgetreten.
Geopolitische Spannungen, Handelsfragmentierung und zunehmende extreme Klimaereignisse führen zu erheblichen wirtschaftlichen Störungen.
Diese Schocks erzeugen einen Zielkonflikt für die Geldpolitik, da sie gleichzeitig die Inflation erhöhen und die Wirtschaftstätigkeit dämpfen.
Die RBA muss daher sorgfältig abwägen, wie sie auf diese komplexen Herausforderungen reagiert, um eine dauerhafte Verankerung der Inflation zu verhindern.
Geldpolitik als Nachfragesteuerung
Die Geldpolitik ist primär ein Instrument zur Nachfragesteuerung und kann langfristige Produktivitätsentwicklungen oder das maximale nachhaltige Beschäftigungsniveau nicht wesentlich beeinflussen.
Hunter unterschied drei Kategorien wirtschaftlicher Treiber: langsam wirkende strukturelle Faktoren, kurzfristige Nachfrageschocks und kurzfristige Kosten- oder Angebotsschocks.
Nachfrageschocks führen dazu, dass Inflation und Wirtschaftstätigkeit in die gleiche Richtung tendieren, was weniger Zielkonflikte für die Politik bedeutet.
Strukturelle Veränderungen sind langsam und erzeugen keine kurzfristigen geldpolitischen Abwägungen.
Angebotsschocks hingegen verschieben Inflation und Aktivität in entgegengesetzte Richtungen und stellen die Zentralbank vor schwierige Entscheidungen.
Die neue Normalität der Zentralbanken
Die zunehmende Häufigkeit von Angebotsschocks zwingt Zentralbanken zu einer Neuausrichtung ihrer Strategien.
Sie müssen nun verstärkt die Balance zwischen Inflationsbekämpfung und der Stabilisierung der Wirtschaftstätigkeit finden.
Dies erfordert eine präzisere Analyse der Schockursachen und eine flexible Anpassung der geldpolitischen Instrumente, um temporäre Preisspitzen nicht zu dauerhafter Inflation werden zu lassen.