Bunge: Riksbank sieht Zinspfad in turbulenten Zeiten offen
Aino Bunge, Erste Vize-Gouverneurin der Riksbank, betonte die Auswirkungen geopolitischer Unsicherheit auf die Geldpolitik. Sie hält angesichts der Lage sowohl höhere als auch tiefere Leitzinsen für möglich.
Geopolitik prägt Zinspfad
Die Erste Vize-Gouverneurin Aino Bunge betonte, dass geopolitische Unsicherheiten alle Bereiche der Riksbank beeinflussen.
Der Krieg im Nahen Osten hat zu steigenden Öl- und Gaspreisen sowie erhöhter Unsicherheit an den Finanzmärkten geführt, was sich auf die Verbraucherpreise auswirkt.
Bunge erklärte, die Auswirkungen auf die Inflation seien schwer abschätzbar, weshalb der Leitzins bei der letzten Sitzung unverändert blieb.
Die schwedische KPIF-Inflation liegt nahe am Ziel und wird laut jüngster Prognose dieses Jahr darunterfallen, das Inflationsergebnis war niedriger als erwartet.
Die Wirtschaftstätigkeit bleibt schwach.
Bunge warnte vor dem Risiko, dass sich Preisanstiege breiter ausbreiten könnten.
Sie schloss weder eine Anhebung noch eine Senkung des Leitzinses aus, je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, wie auch im geldpolitischen Bericht der Riksbank in alternativen Szenarien dargestellt.
Mehr als nur Zinsen
Neben der Geldpolitik trägt die Riksbank in turbulenten Zeiten weitere wichtige Verantwortlichkeiten.
Aino Bunge erwähnte die Überwachung schwedischer Banken, um deren finanzielle Stärke und Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Turbulenzen sicherzustellen.
Ziel ist es, dass Banken die finanziellen Auswirkungen der globalen Unsicherheit überstehen können.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Zahlungssystemen, selbst in Krisen- und Kriegszeiten.
Ab dem 1. Juli wird die Riksbank zudem eine neue Funktion leiten, die die Koordination von Reaktionen auf Krisen im Finanzsektor übernimmt und entsprechende Vorbereitungsarbeiten durchführt.
Diese Aufgaben schaffen die Voraussetzungen für eine günstige wirtschaftliche Entwicklung in Schweden.
Vorsichtige Flexibilität
Bunges Rede unterstreicht die wachsende Komplexität der Zentralbankpolitik in einer multipolaren Welt.
Die Riksbank signalisiert hier eine bemerkenswerte Flexibilität im Zinspfad, die über die übliche Datenabhängigkeit hinausgeht.
Dies ist ein realistischer Ansatz, um auf unvorhersehbare geopolitische Schocks reagieren zu können, ohne sich zu früh festzulegen.