Seim warnt: Nahost-Konflikt bedroht globale Lieferketten
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Seim warnt: Nahost-Konflikt bedroht globale Lieferketten

Anna Seim, stellvertretende Gouverneurin der Riksbank, warnt vor Inflationsrisiken durch den Nahost-Konflikt. Dieser könnte globale Wertschöpfungsketten stören, betonte sie in Umeå.

Nahost-Konflikt: Eine globale Bedrohung

Jeder Tag, an dem der Konflikt im Nahen Osten andauert, erhöht das Risiko massiver Störungen in den globalen Produktions- und Wertschöpfungsketten.

Dies könnte die Inflation weiter anheizen, so Anna Seim, stellvertretende Gouverneurin der Riksbank, bei ihrem Besuch in Umeå.

Sie betonte, dass steigende Energiepreise die Produktionskosten in einer bereits resilienten, aber herausgeforderten Weltwirtschaft zusätzlich in die Höhe treiben.

Solche Entwicklungen können negative Angebotseffekte und Unterbrechungen in komplexen Produktionsnetzwerken verursachen.

Obwohl die Inflation in Schweden derzeit gedämpft ist, äußerte Seim auf der letzten geldpolitischen Sitzung Bedenken, dass die Inflation zu hoch sein könnte, was intensive Wachsamkeit rechtfertige.

Die Situation sei von erheblicher Unsicherheit geprägt und schwer vorhersehbar.

Robuste Geldpolitik in unsicheren Zeiten

In dieser unsicheren Lage sei es entscheidend, eine 'robuste' Geldpolitik zu verfolgen, die auch dann akzeptable Ergebnisse liefert, wenn sich die Wirtschaft nicht wie erwartet entwickelt, erklärte Seim.

Sie bekräftigte ihre Einschätzung vom März, dass ein Leitzins von 1,75 Prozent ein leicht expansives, nahezu neutrales Zinsniveau darstellt.

Dies biete einen guten Ausgangspunkt, um die Geldpolitik anzupassen, sobald verlässlichere Signale vorliegen.

Bei den jüngsten Frühjahrstagungen des IWF und der Weltbank in Washington wurde deutlich, dass verschiedene Volkswirtschaften unterschiedlich stark von steigenden Öl- und Energiepreisen betroffen sind.

Insbesondere in Asien sind die Sorgen über die potenziellen Auswirkungen auf Produktion und globale Wertschöpfungsketten ausgeprägt.

Schwedens Vorsprung schmilzt

Obwohl Schweden mit einer niedrigen Ausgangsinflation gut positioniert ist, sind die globalen Risiken durch den Nahost-Konflikt nicht zu unterschätzen.

Die von Seim erwähnten 'schwierigen Kompromisse' könnten bald Realität werden, sollte der Konflikt die globalen Lieferketten nachhaltig stören.

Die 'intensive Wachsamkeit' der Riksbank ist daher essenziell, um die Stabilität in einem zunehmend fragilen Umfeld zu gewährleisten.