Bunge: Schwedische Wirtschaft erholt sich, warnt vor Hypothekenlockerung
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Bunge: Schwedische Wirtschaft erholt sich, warnt vor Hypothekenlockerung

Aino Bunge, erste stellvertretende Gouverneurin der Riksbank, sieht die schwedische Wirtschaft auf Erholungskurs. Gleichzeitig warnt sie vor einer Lockerung der Hypothekenregeln, die die Widerstandsfähigkeit des Wohnungsmarktes gefährden könnte.

Schwedische Wirtschaft im Aufwind, Inflation im Fokus

Die schwedische Wirtschaft zeigt Anzeichen einer Erholung, so Aino Bunge, erste stellvertretende Gouverneurin der Riksbank.

Trotz gemischter Konjunkturindikatoren entsprächen die Entwicklungen in der Realwirtschaft weitgehend den Erwartungen der Zentralbank.

Bunge prognostiziert eine positive Entwicklung, gestützt durch die wiederhergestellte Kaufkraft der Haushalte.

Die Inflation wird voraussichtlich in diesem Jahr merklich zurückgehen, auch dank einer temporären Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel.

Erste Daten deuten auf einen niedrigen Inflationsdruck hin, selbst ohne diesen Effekt.

Dennoch betonte Bunge die Notwendigkeit, die Details der Januar-Ergebnisse, die Strompreisentwicklung und weitere Inflationsdaten genau zu prüfen, bevor die März-Prognose erstellt wird.

Die starke Aufwertung der schwedischen Krone im Vorjahr sei ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Inflation, dessen Auswirkungen auf die Preise sorgfältig überwacht werden müssen.

Die Riksbank erwartet, dass der Leitzins vorerst bei 1,75 Prozent verbleibt.

Bunge warnte jedoch, dass die globale geopolitische Unsicherheit die Aussichten für Inflation und Wirtschaft beeinflussen und somit eine Anpassung der Geldpolitik erforderlich machen könnte.

Die Riksbank sei bereit, bei Bedarf zu handeln und wachsam zu bleiben.

Wohnungsmarkt: Hohe Verschuldung, lockere Regeln?

Aino Bunge kommentierte die Entwicklung des schwedischen Wohnungsmarktes, der in den letzten Jahren einen Rückgang bei Investitionen und Hauspreisen erlebte.

Diese Entwicklung sei bisher verhalten.

Die Verschuldung der Haushalte bleibe jedoch international hoch.

Bunge betonte die Wichtigkeit von Regeln, die die Widerstandsfähigkeit der Haushalte sichern, sobald der Markt wieder anzieht.

Sie kritisierte die vorgeschlagene Lockerung der Hypothekenvorschriften, insbesondere das Fehlen einer Obergrenze für die Kreditgröße im Verhältnis zum Einkommen der Kreditnehmer.

Bunge warnte, dass Kreditnehmer in anderen Ländern nach solchen Lockerungen ihre Verschuldung rasch erhöht hätten, ein Risiko, das auch für Schweden bestehe.

Daher forderte sie ein einkommensbasiertes Instrument als stabilisierende Bremse im Vorschlag.