Riksbank fordert Zugang zu Schuldendaten und Vermögensstatistiken
Die schwedische Zentralbank Riksbank befürwortet zwar die Erfassung von Haushaltsverschuldungsdaten, kritisiert jedoch den fehlenden Zugang zu diesen Informationen. Sie fordert zudem die Einbeziehung von Vermögensstatistiken, um fundiertere Entscheidungen zu ermöglichen.
Datenlücke erschwert Politik
Die Riksbank befürwortet den Vorschlag zur Erfassung von Daten über die Haushaltsverschuldung als Schritt in die richtige Richtung.
Gleichzeitig kritisiert sie jedoch scharf, dass ihr der Zugang zu diesen Informationen verwehrt bleibt und somit die Analysebedingungen fehlen.
'Es ist ein erhebliches Manko des Vorschlags, dass die Riksbank keinen Zugang zu den Daten erhält und nicht die Voraussetzungen für deren Analyse geschaffen werden', sagte Gouverneur Erik Thedéen.
'Dies muss dringend geändert werden, damit die Datenerhebung den gesellschaftlichen Nutzen maximiert.'
Die fehlenden Statistiken zu Haushaltsaktiva und -passiva erschweren es der Zentralbank, die Risiken im Zusammenhang mit der Verschuldung und der Zinssensitivität der Haushalte präzise zu bewerten.
Dies führe zu weniger genauen wirtschaftspolitischen Entscheidungen, wobei Schweden hier Ländern wie Dänemark und Norwegen hinterherhinke.
Drei Gesetzesänderungen gefordert
Um die Datenlücke zu schließen und ihre Aufgaben im Bereich der Geldpolitik und Finanzstabilität wahrnehmen zu können, fordert die Riksbank drei konkrete Gesetzesänderungen.
Erstens müsse die Riksbank Zugang zum Fasit-Mikrosimulationsmodell des Statistikamtes erhalten, um Schuldendaten verarbeiten zu können.
Zweitens seien die Zweckbestimmungen im Fasit-Gesetz an die Analysebedürfnisse der Riksbank anzupassen.
Drittens sollten die Bestimmungen zur statistischen Vertraulichkeit auf die Auswertung und Analyse durch die Riksbank ausgeweitet werden.
Gouverneur Erik Thedéen betonte zudem die Notwendigkeit, auch Daten zu Haushaltsvermögen zu erheben: 'Daten zu den Vermögenswerten der Haushalte sind entscheidend, damit die Wissensbasis ausreichend gut ist.
Solche Informationen sollten daher in die Erhebung einbezogen werden.
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Halbherziges Vorhaben
Der Vorschlag zur Schuldendatenerfassung ist ein wichtiger Schritt, doch ohne direkten Zugang für die Riksbank bleibt er ein stumpfes Schwert.
Die Forderung nach Vermögensdaten ist essenziell, da nur eine ganzheitliche Sichtweise belastbare Analysen ermöglicht.
Aktuell droht ein wertvolles Projekt an bürokratischen Hürden und unvollständiger Datenerfassung zu scheitern.