Riksbank: Hohe Schulden und kurze Zinsbindung machen Haushalte anfällig
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Riksbank: Hohe Schulden und kurze Zinsbindung machen Haushalte anfällig

Erik Thedéen, Gouverneur der Riksbank, warnt: Hohe Verschuldung und kurze Zinsbindungsfristen machen schwedische Haushalte anfällig. Dies gelte, obwohl die Inflation das Ziel erreicht und die Reallöhne steigen.

Schwedens Haushalte unter doppelter Last

Schwedische Haushalte litten in der Phase hoher Inflation stärker als in vielen anderen Ländern.

'Unsere wirtschaftliche Entwicklung folgt normalerweise sehr genau der des Rests der Welt,' so Gouverneur Erik Thedéen.

Die Preise für Konsumgüter stiegen in Schweden stärker, teilweise bedingt durch die starke Abwertung der Krone in den Jahren 2022 und 2023. Eine weitere Erklärung sei die Entwicklung am Wohnungsmarkt.

Schwedische Haushalte, die im Durchschnitt hohe Hypotheken mit kurzen Zinsbindungsfristen haben, sahen ihre Zinskosten stärker steigen als anderswo.

Gleichzeitig fielen die Immobilienpreise, und die Wohnungsbauinvestitionen gingen stark zurück.

Lehren aus der Krise

Die hohe Verschuldung und der große Anteil variabler Kredite in Schweden stellen eine Anfälligkeit für die Wirtschaft dar.

Thedéen betonte die Notwendigkeit klarer Vorschriften und Standards für die Haushaltsverschuldung sowie die Sicherung der Tilgungskultur.

Die Phase steigender Inflation und Zinsen habe den Wert von Puffern auf staatlicher und Haushaltsebene gezeigt.

Die Glaubwürdigkeit des Inflationsziels von 2 Prozent sei entscheidend gewesen, da die Sozialpartner dies als Ausgangspunkt für die Lohnbildung nahmen.

Dies sichere langfristig steigende Reallöhne und trage zu Stabilität und Vorhersehbarkeit bei.