Hjelm: Interaktion der Wirtschaftspolitik stärkt Schweden
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Hjelm: Interaktion der Wirt­schafts­po­li­tik stärkt Schweden

Riksbank-Vize Göran Hjelm betont die Stärke der schwedischen Wirtschaftspolitik im Umgang mit Angebotsschocks. Eine enge Interaktion von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik sei entscheidend für die Inflationsbekämpfung.

Kommunikation und Kooperation gegen Schocks

Riksbank-Vize Göran Hjelm beleuchtet die Herausforderungen der Geldpolitik bei Angebotsschocks, wie sie durch den Krieg im Nahen Osten erneut auftreten.

Er betont, dass der Umgang mit solchen Schocks von deren Ausmaß und der aktuellen Wirtschaftslage abhängt.

Damit die Riksbank eine temporäre, angebotsgetriebene Inflation 'durchschauen' kann, sind zwei Faktoren entscheidend: Eine klare Kommunikation über die Natur der Schocks und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die Gewährleistung, dass Fiskalpolitik und Lohnbildung das Risiko einer breiten und anhaltenden Inflationsspirale nicht erhöhen.

Eine gut funktionierende Interaktion zwischen der Riksbank, der Politik und den Sozialpartnern sei hierfür unerlässlich.

Diese Zusammenarbeit habe sich bereits in den Jahren hoher Inflation bewährt und der Geldpolitik ermöglicht, die Entwicklung der Realwirtschaft stärker zu berücksichtigen.

Schweden sei dank seiner etablierten Rahmenbedingungen in Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik gut auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet.

Hjelm sieht hier eine besondere Verantwortung der Riksbank, diese Interaktion zu stärken.

Abwägung bei Angebotsschocks

Das 'Durchschauen' angebotsgetriebener Inflation erfordert laut Hjelm klare Kommunikation, um das Vertrauen in das Inflationsziel zu sichern.

Die Riksbank muss erklären, welche Ursachen temporär erhöhter Inflation akzeptiert werden (direkte/indirekte Kosteneffekte) und welche nicht (Sekundäreffekte durch breite Preisanstiege oder Lohnbildung).

Die geldpolitische Reaktion auf Angebotsschocks hängt von deren Größe ab: Kleine Schocks erfordern keine Reaktion, große Schocks eine Straffung.

Bei mittleren Schocks sind Glaubwürdigkeit des Inflationsziels und anfängliche Ressourcenauslastung entscheidend.

Fiskalpolitik und Lohnbildung beeinflussen diese Abwägungen ebenfalls, da sie das Risiko einer breiten Inflation erhöhen können.

Die Kunst des Durchschauens

Hjelms Rede unterstreicht das komplexe Dilemma der Zentralbanken bei Angebotsschocks.

Obwohl das 'Durchschauen' temporärer Inflation wünschenswert ist, zeigte die Erfahrung 2022-2023, dass massive Schocks entschlossene Straffung erfordern, um die Glaubwürdigkeit zu wahren.

Die aktuelle Situation, geprägt von hoher Inflationsziel-Glaubwürdigkeit, erlaubt zwar mehr Flexibilität, doch bleibt Wachsamkeit entscheidend, um Sekundäreffekte zu verhindern.