Riksbank hält Leitzins bei 1,75% – Nahost-Risiken im Fokus
Die Riksbank belässt den Leitzins unverändert bei 1,75 Prozent. Der Vorstand diskutierte die Risiken aus der Nahost-Lage, die KI-Expansion und die globale Finanzstabilität.
Nahost-Konflikt und KI prägen Märkte
Joel Birging, Senior Market Economist, präsentierte die Marktentwicklungen seit Mai.
Die Finanzmärkte waren von zwei Hauptthemen geprägt: der Lage im Nahen Osten, insbesondere der Normalisierung der Öltransporte durch die Straße von Hormus, und der anhaltenden Expansion der KI.
Der Ölpreis fiel auf rund 83 USD pro Barrel.
Anleiherenditen sanken, doch die Märkte erwarten weiterhin Zinserhöhungen in den kommenden Monaten, wobei die EZB und die BoJ bereits erhöht haben.
Eine Zinserhöhung der Fed wird erst gegen Ende 2026 erwartet.
Aktienmärkte erreichten neue Rekordhöhen, angetrieben von KI-Zulieferern.
Die Riksbank wird den Leitzins im Juni voraussichtlich unverändert lassen, eine Erhöhung um mindestens 25 Basispunkte wird jedoch für das Gesamtjahr 2026 erwartet.
Die Krone hat sich seit Mai abgeschwächt, zuletzt aber wieder gestärkt, teilweise aufgrund der Erwartung eines Endes des Krieges im Nahen Osten.
Globale Risiken, Schwedens Resilienz
Olof Sandstedt, Leiter Finanzstabilität, sah erhöhte Risiken durch die globale Unsicherheit, insbesondere die US-Politik und den Nahost-Krieg.
Trotz vorsichtigen Optimismus bleibt die Unsicherheit hoch.
Das schwedische Finanzsystem zeigte sich resilient.
Jedoch könnten historisch niedrige Risikoprämien und hohe Unternehmensbewertungen bei negativen Ereignissen zu starken Korrekturen führen.
Hohe Staatsverschuldung und Risiken im Nichtbankensektor stellen weitere Herausforderungen dar.
Schweden ist mit stabilen Staatsfinanzen und profitablen Großbanken, die über ausreichende Kapital- und Liquiditätspuffer verfügen, gut auf Schocks vorbereitet.
Die Bedrohungen durch Cyberangriffe nehmen zu und erfordern verstärkte operative Bereitschaft.
Geduld ist oberstes Gebot
Die Riksbank bleibt angesichts der globalen Unsicherheiten und der anhaltenden Inflationsrisiken vorsichtig.
Obwohl der Leitzins unverändert bleibt, signalisiert die nach oben korrigierte Zinspfadprognose eine erhöhte Wahrscheinlichkeit zukünftiger Straffungen.
Dies unterstreicht die Entschlossenheit der Notenbank, die Preisstabilität auch unter schwierigen Bedingungen zu gewährleisten.