Jansson mahnt zur Wachsamkeit trotz niedriger Inflation
Der stellvertretende Gouverneur Per Jansson von der Riksbank sprach über die aktuelle Wirtschaftslage und die jüngste Zinsentscheidung. Er betonte die Notwendigkeit, trotz der derzeit niedrigen Inflation wachsam zu bleiben.
Günstige Ausgangslage, aber Risiken
Per Jansson, stellvertretender Gouverneur der Riksbank, äußerte sich bei DNB Carnegie in Stockholm zur aktuellen Wirtschaftslage.
Er wies darauf hin, dass die Geldpolitik derzeit mit den Auswirkungen von Lieferkettenstörungen infolge des Krieges im Nahen Osten ringt.
Jansson zeigte sich jedoch hoffnungsvoll, dass die Auswirkungen, insbesondere in Schweden, relativ begrenzt bleiben könnten.
Im Vergleich zur Hochinflationsphase 2021–2023 sei die Nachfrage in der Wirtschaft heute deutlich schwächer.
Zudem seien die Leitzinsen in den meisten Ländern höher als zu Beginn der Inflationsjahre.
In Schweden sei die Inflation zudem merklich schwächer, und es gäbe kaum Anzeichen für einen bevorstehenden signifikanten Anstieg.
Wachsamkeit und abwartende Haltung
Trotz der günstigen Bedingungen warnte Jansson davor, Entwarnung zu geben.
Das Risiko eines ernsteren Inflationsszenarios habe sich im Frühjahr erhöht.
In einem ungünstigen Fall könnten die derzeit vorteilhaften Inflationsbedingungen schnell der Vergangenheit angehören, was eine geldpolitische Straffung erforderlich machen könnte.
Die endgültige Entscheidung darüber stehe jedoch noch aus.
Aus diesem Grund hielt Jansson es bei der letzten geldpolitischen Sitzung für angemessen, einen abwartenden Ansatz zu wählen und den Leitzins bei 1,75 Prozent unverändert zu belassen.