Leitzins bei 1,75 Prozent unverändert
Die Riksbank belässt den Leitzins bei 1,75 Prozent. Obwohl die Inflation niedrig ist, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr aufgrund von Lieferkettenstörungen.
Krieg im Nahen Osten treibt globale Preise
Die globale Wirtschaft bleibt stark vom Krieg im Nahen Osten betroffen, insbesondere nach dem Memorandum of Understanding zwischen den USA und Iran.
Die angespannte Lage um die Straße von Hormus hat das Angebot an Ölprodukten reduziert und die Preise für Energie und Kraftstoff in die Höhe getrieben.
Dies hat die Inflation im Ausland ansteigen lassen und den Kostendruck im schwedischen Unternehmenssektor erhöht.
Die Riksbank stützt ihre Prognosen auf Öl-Futures-Preise, die eine Normalisierung des Angebots und fallende Ölpreise in naher Zukunft erwarten lassen.
Sollte dies eintreten, wird ein begrenzter Anstieg der Importpreise und eine geringe Weitergabe der höheren Kosten an die Verbraucherpreise erwartet.
Die Unsicherheit bezüglich dieser Prognose ist jedoch weiterhin erheblich.
Die Lieferengpässe dauern nun fast vier Monate an, und je länger sie anhalten, desto größer ist das Risiko für die Inflationseffekte, die durch Änderungen im Preisverhalten verstärkt werden könnten.
Schwache Wirtschaft, steigende Inflationsrisiken
Die Inflation in Schweden ist weiterhin niedrig, hauptsächlich aufgrund der dämpfenden Effekte fiskalpolitischer Maßnahmen.
Die Wirtschaftstätigkeit ist etwas schwächer als normal, und das Wachstum lag im ersten Quartal unter den Erwartungen.
Auch die Erholung auf dem Arbeitsmarkt ist zögerlich.
Dennoch ist der private Konsum weiterhin solide gestiegen, und die Kaufkraft hat sich gestärkt.
Die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Lieferengpässe dämpfen die wirtschaftliche Entwicklung zwar etwas, doch die Prognose geht von einem höheren Wachstum in diesem Jahr als im letzten aus, und die Wirtschaftstätigkeit soll sich insgesamt verstärken.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand die Leitzinsprognose leicht angehoben, hält es aber für ausgewogen, den Leitzins vorerst unverändert zu lassen.
Vigilanz ist das neue Normal
Die Entscheidung der Riksbank, den Leitzins unverändert zu lassen, während sie gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung signalisiert, spiegelt eine tiefe Unsicherheit wider.
Es ist ein Balanceakt, der die Notwendigkeit unterstreicht, auf externe Schocks wie den Krieg im Nahen Osten und globale Verwundbarkeiten wie hohe Aktienbewertungen und Staatsverschuldung zu reagieren.
Die 'Vigilanz', zu der die Riksbank aufruft, ist somit keine Option, sondern eine zwingende Reaktion auf ein Umfeld, in dem sich die Risikolandschaft ständig verschiebt.
Quelle: Policy rate unchanged at 1.75 per cent
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