Riksbank fordert aktiveres Liquiditätsmanagement von Banken
Die Riksbank mahnt schwedische Banken zu einem aktiveren Liquiditätsmanagement. Mit dem Abbau der Bilanz sinkt der Liquiditätsüberschuss im System, was eine effizientere Umverteilung erfordert.
Passivität trotz sinkender Liquidität
Die Riksbank stellt fest, dass Banken sich an ein Umfeld sinkender Zentralbankliquidität anpassen müssen, da die Notenbank ihre Vermögensbestände reduziert.
Dies erfordert eine effizientere Umverteilung der Liquidität unter den Banken selbst.
Viele Banken, die geldpolitische Gegenparteien der Riksbank sind, halten jedoch weiterhin einen Liquiditätspuffer in Form von Zentralbankreserven, anstatt den Überschuss in Zertifikate zu investieren oder den Übernachtmarkt zu nutzen.
Ein signifikanter Teil dieser Banken hat zudem noch nie am Übernachtmarkt teilgenommen.
Dies deutet auf unzureichende Anreize und Friktionen im Liquiditätsmanagement der Banken hin.
Für eine effektive Zinssteuerung ist es entscheidend, dass Banken den Übernachtmarkt aktiv nutzen und die Instrumente der Riksbank wie vorgesehen einsetzen.
Auch die ständigen Fazilitäten der Riksbank sollten bei Bedarf ohne Zögern in Anspruch genommen werden.
Schwache Anreize und Stigma-Effekte
Zwischen 2015 und 2022 injizierte die Riksbank erhebliche Liquidität, was zu einem strukturellen Liquiditätsüberschuss im Bankensystem führte.
In dieser Zeit stieg die Zahl der geldpolitischen Gegenparteien, hauptsächlich kleinere Banken, von 15 auf 29. Seit 2020 haben 14 dieser neuen Gegenparteien nie am Übernachtmarkt teilgenommen.
Zudem verfügen 9 Gegenparteien über keine Sicherheiten bei der Riksbank und 14 haben nie die Kreditfazilität der Riksbank genutzt.
Dies deutet darauf hin, dass diese Banken ein passives Liquiditätsmanagement betreiben.
Die fünf größten Banken halten rund 80 Prozent des aktuellen Liquiditätsüberschusses.
Obwohl die Riksbank den Überschuss durch Quantitative Tightening (QT) reduziert, ist die Liquidität bisher hauptsächlich bei den großen Banken gesunken, während sie bei kleineren Banken weitgehend unverändert blieb.
Dies unterstreicht die Passivität kleinerer Institute und die Notwendigkeit, Anreize für ein aktiveres Marktverhalten zu schaffen.
Das Festhalten an Reserven statt Zertifikaten oder dem Übernachtmarkt kann auf zu geringe Opportunitätskosten oder operative Mängel zurückzuführen sein.
Einige Banken scheuen zudem die Nutzung der Kreditfazilität der Riksbank aus Sorge vor einem Stigma.
Ein Rahmen, der nicht greift
Die Analyse der Riksbank offenbart eine Diskrepanz zwischen dem operativen Rahmenwerk und dem tatsächlichen Verhalten der Banken.
Die Passivität im Liquiditätsmanagement, insbesondere die geringe Nutzung des Übernachtmarktes und die Scheu vor den ständigen Fazilitäten, untergräbt die Effizienz der geldpolitischen Transmission.
Es ist kritisch, dass die Riksbank die Anreize im Zinskorridor überprüft und Maßnahmen gegen das Stigma der Kreditfazilität ergreift.
Andernfalls bleibt ein wesentlicher Teil des Finanzsystems ineffizient und anfällig für unerwünschte Volatilität, selbst wenn der Gesamtüberschuss an Liquidität abnimmt.