Norges Bank und Riksbank: Divergente Inflationspfade
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Norges Bank und Riksbank: Divergente Inflationspfade

Nach dem Inflationsschub 2022-2023 haben sich die Inflationsraten in Schweden und Norwegen auseinanderentwickelt. Eine Analyse der Riksbank untersucht die Gründe für die unterschiedlichen geldpolitischen Abwägungen der Zentralbanken.

Höhere Zinsen, aber weniger Straffung

Trotz eines höheren Leitzinses in Norwegen verbleibt die norwegische Inflation über dem Ziel, während die schwedische Inflation Anfang 2026 darunter lag.

Die Riksbank-Analyse zeigt, dass die norwegische Geldpolitik trotz nominell höherer Zinsen nicht unbedingt straffer war.

Ein stärkeres Wachstum der Realwirtschaft in Norwegen, gemessen am positiven BIP-Gap bis 2024, deutet auf eine weniger restriktive Haltung hin.

Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass der neutrale Zinssatz in Norwegen höher ist als in Schweden.

Norges Bank schätzt ihren langfristigen nominalen neutralen Satz auf 2,25-3,5 Prozent, während die Riksbank für Schweden 1,5-3,0 Prozent angibt.

Auch höhere Inflationserwartungen und Lohnstückkosten in Norwegen stützen diese These.

Abwägung zwischen Inflation und Realwirtschaft

Beide Zentralbanken sind zur Preisstabilität und ausgewogenen Wirtschaftsentwicklung verpflichtet.

Die Studie untersucht, ob Norges Bank und die Riksbank unterschiedliche Prioritäten bei der Abwägung zwischen Inflationsziel und Realwirtschaft gesetzt haben.

Mittels impliziter Gewichte (λ) wird die Betonung der Realwirtschaft gegenüber der Preisstabilität gemessen.

Ab Mitte 2022 war das λ der Norges Bank höher, was auf eine stärkere Betonung der Realwirtschaft hindeutet.

Die Hypothese, dass es in Norwegen kostspieliger wäre, die Inflation zu senken, wird durch die Daten nicht gestützt.

Die Opferquoten der Modelle NEMO (Norges Bank) und MAJA (Riksbank) zeigen, dass die Kosten für die Inflationsbekämpfung in Norwegen eher niedriger sind.

Einblicke in geldpolitische Abwägungen

Die Analyse bietet wertvolle Einblicke in die unterschiedlichen geldpolitischen Strategien zweier skandinavischer Zentralbanken.

Sie beleuchtet, wie trotz ähnlicher Mandate divergierende wirtschaftliche Realitäten und Abwägungen zu unterschiedlichen Inflationspfaden führen können.

Dies unterstreicht die Komplexität der Geldpolitik in einem heterogenen Wirtschaftsraum und die Bedeutung länderspezifischer Faktoren.