Schwedische Finanzmärkte funktionieren gut, Risikoaversion steigt
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Schwedische Finanzmärkte funktionieren gut, Risikoaversion steigt

Die schwedischen Finanzmärkte für Anleihen und Devisen funktionieren laut einer Riksbank-Umfrage gut. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten führen jedoch zu reduzierter Risikobereitschaft der Marktteilnehmer.

Geopolitik dämpft Ri­si­ko­be­reit­schaft

Die Mehrheit der Teilnehmer an den schwedischen Devisen- und Anleihemärkten bewertet deren Funktion als gut.

Allerdings haben die Marktteilnehmer ihre Risikobereitschaft im Vergleich zum Herbst 2025 reduziert, hauptsächlich aufgrund des Krieges im Nahen Osten und der US-Handelspolitik.

18 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Risikopositionierung hoch oder sehr hoch ist.

Im Devisenmarkt wird die Volatilität am kurzen Ende des FX-Swap-Marktes als Problem hervorgehoben, obwohl die Liquidität insgesamt als günstig gilt.

Im Anleihemarkt wird eine verbesserte Liquidität und ein größeres Angebot an nominalen Staatsanleihen positiv vermerkt, auch mit gestiegenem Interesse ausländischer Investoren nach Riksbank-Verkäufen.

Viele empfinden den Markt als gut funktionierend, auch bei volatilen Tagen können größere Volumina in Zinsswaps ohne weite Spreads ausgeführt werden.

Regelmäßige Bestandsaufnahme der Riksbank

Die Riksbank führt zweimal jährlich eine Umfrage unter den Teilnehmern der schwedischen Anleihe- und Devisenmärkte durch, um Einblicke in deren Funktionsweise, Aktivität und wahrgenommene Risiken zu erhalten.

Die aktuelle Umfrage, durchgeführt zwischen dem 30. März und 17. April 2026, präsentiert ausschließlich die Antworten der Marktteilnehmer.

Die Rücklaufquote betrug 44 Prozent.

Die Liquidität im Spot- und Forward-Markt für SEK wird weiterhin als günstig bewertet, hat sich jedoch in den letzten sechs Monaten leicht verschlechtert.

Für inflationsgebundene Staatsanleihen ist die geringere Emissionstätigkeit des schwedischen Reichsschuldenamtes der Hauptgrund für die gesunkene Liquidität im Sekundärmarkt.

Stabilität unter geopolitischem Druck

Die Umfrage bestätigt die Robustheit der schwedischen Finanzmärkte, selbst unter erhöhter geopolitischer Unsicherheit.

Die reduzierte Risikobereitschaft der Akteure ist eine natürliche Reaktion, die jedoch die Liquidität in spezifischen Segmenten beeinträchtigen kann.

Für die Riksbank sind diese Erkenntnisse wertvoll, um potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu identifizieren und die Finanzstabilität zu gewährleisten.