Thedéen: Geldpolitik vor schwierigem Trade-off bei Schocks
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Thedéen: Geldpolitik vor schwierigem Trade-off bei Schocks

Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen diskutiert die Herausforderungen für die Geldpolitik angesichts kriegsbedingter Angebotsschocks. Er beleuchtet den schwierigen Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung, wobei er betont, dass einige seiner Argumente persönliche Reflexionen sind.

Stagflationäre Schocks und ihre Folgen

Ein negativer Angebotsschock reduziert die Wirtschaftsaktivität und erhöht gleichzeitig den Inflationsdruck, was zu einer stagflationären Situation führt.

Für Zentralbanken ist dies schwieriger zu handhaben als Nachfrageschocks, da ein Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung entsteht.

Der aktuelle Konflikt im Persischen Golf wird als ein signifikanter Angebotsschock betrachtet, der rund 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion sowie den globalen Handel mit Flüssigerdgas, Düngemitteln und Rohstoffen für Kunststoffprodukte beeinträchtigt.

Viele Industrien und Produkte sind betroffen.

Die Rückkehr zu normalen Bedingungen wird selbst bei einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus Zeit in Anspruch nehmen.

Faktoren wie Minenräumung, massive Schiffswarteschlangen und beschädigte Ölinfrastruktur verzögern die Normalisierung.

Der inflationsfördernde Druck des Angebotsschocks wird daher nur langsam über eine längere Normalisierungsphase hinweg abklingen, ohne unmittelbare Aussicht auf eine Rückkehr zu Vorkriegsbedingungen.

Lehren aus der Vergangenheit, neue Herausforderungen

Historische Daten zeigen, dass Kriege und geopolitische Ereignisse die Inflation tendenziell stärker und über mehrere Jahre hinweg erhöhen.

Der aktuelle Konflikt im Persischen Golf erschwert die Aufgabe der Zentralbanken zusätzlich.

Im Vergleich zu 2021-2022 gibt es sowohl Unterschiede als auch Ähnlichkeiten in Schweden.

Heute liegt der Leitzins bei 1,75 Prozent, die Krone hat aufgewertet und die Kapazitätsauslastung ist geringer als damals.

Allerdings ist die Fiskalpolitik expansiver, und die Erfahrung der jüngsten hohen Inflation könnte die Preissetzungs- und Lohnforderungen beschleunigen.

Schweden ist aufgrund seiner geringeren Ölabhängigkeit besser positioniert, aber die hohe Abhängigkeit vom Außenhandel bedeutet, dass Inflation aus dem Ausland weiterhin übergreifen kann.

Diese Faktoren müssen bei den Prognosen sorgfältig abgewogen werden.

Keine einfachen Antworten

Thedéens Rede unterstreicht die fundamentale Schwierigkeit, auf externe Angebotsschocks geldpolitisch zu reagieren.

Zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung bleibt ein schmerzhafter Zielkonflikt bestehen, der keine eindeutigen Lösungen zulässt.

Die Riksbank muss daher einen schmalen Grat zwischen zu frühem Handeln und zu spätem Reagieren finden, um Glaubwürdigkeit und Stabilität zu wahren.