Thedéen beleuchtet Trends bei Banken-Kapitalregeln und Puffer-Nutzung
Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen diskutiert Änderungen bei den makroprudenziellen Regeln in Schweden und die internationale Debatte zur Vereinfachung der Banken-Kapitalvorschriften. Ab dem 1. April übernimmt die Riksbank die Verantwortung für den antizyklischen Kapitalpuffer.
Neue Verantwortung für den antizyklischen Puffer
Ab dem 1. April ändert sich die makroprudenzielle Regulierung in Schweden.
Die Hypothekendeckelung steigt von 85 auf 90 Prozent, und die strengere Amortisationspflicht wird aufgehoben.
Gleichzeitig übernimmt die Riksbank die Verantwortung von Finansinspektionen für die Festlegung des schwedischen antizyklischen Kapitalpuffers (CCyB) für Banken.
Banken benötigen Eigenkapital, um Verluste zu bewältigen, Stabilität zu wahren und Einleger zu schützen.
Makroprudenzielle Politik steuert systemische Risiken und hat zwei Dimensionen: eine strukturelle (für systemrelevante Banken) und eine zeitlich variierende.
Letztere fokussiert auf den Aufbau von Anfälligkeiten in guten Zeiten, denen der CCyB entgegenwirken soll.
Die Riksbank sieht die Übernahme der CCyB-Verantwortung als passend an, da sie bereits die Realwirtschaft analysiert und ein klares Krisenmandat besitzt, was eine schnellere Koordination von Krisenmaßnahmen ermöglicht.
Herausforderungen des antizyklischen Kapitalpuffers
Erik Thedéen adressiert drei Kernfragen zum antizyklischen Kapitalpuffer (CCyB).
Dessen Nutzung hat sich gewandelt: Ursprünglich für systemische Risiken gedacht, dient er nun auch der Abfederung externer Schocks.
Die Riksbank unterstützt ein 'positives neutrales Niveau' von 2 Prozent.
Zudem müssen Puffer generell nutzbarer werden, da Banken sie in Stressphasen oft nicht einsetzen.
Eine Lösung wäre, den CCyB als 'freisetzbares' Kapital zu stärken, um Kreditklemmen entgegenzuwirken.
Drittens fordert die Riksbank eine Überprüfung der EU-Reziprozitätsregeln, da die aktuelle Obergrenze von 2,5 Prozent für die obligatorische Reziprozität Schwedens Handlungsspielraum einschränkt und Wettbewerbsnachteile schaffen könnte.
Komplexität bremst Resilienz
Die Komplexität der Kapitalregeln für Banken ist ein erhebliches Problem, das die beabsichtigte Resilienz untergräbt.
Selbst für Aufsichtsbehörden ist das System mit bis zu acht parallelen Anforderungen schwer zu durchschauen, was die effektive Nutzung von Puffern erschwert.
Eine grundlegende Vereinfachung ist daher unerlässlich, um die Finanzstabilität zu fördern und unnötige Kreditklemmen zu vermeiden.
Quelle: Thedéen: Trends in capital rules for banks
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