Thedéen: Resilienz in neuer Weltordnung durch Kooperation
Riksbank-Gouverneur Erik Thedéen betont die Notwendigkeit von Kooperation für Resilienz in einer unsicheren Weltordnung. Er sprach am 20. April 2026 in Hanaholmen über wirtschaftliche und operative Risiken.
Geopolitische Risiken fordern neue Resilienz
Die Weltordnung ist von Unsicherheit und Turbulenzen geprägt.
Russlands Invasion der Ukraine seit 2022 und die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten 2026 schaffen neue geopolitische Realitäten.
Dies führt zu erhöhten wirtschaftlichen Risiken, darunter Zölle, gestörte Lieferketten und volatile Rohstoffpreise.
Die Bedrohungen für nordische und europäische Länder sind komplex und unvorhersehbar, umfassen sowohl ökonomische als auch operative Risiken.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind starke Fundamentaldaten unerlässlich.
Schweden ist mit einer Inflation im Zielbereich und niedriger Staatsverschuldung gut aufgestellt, um bei neuen Bedrohungen entschlossen zu handeln.
Dies erfordert jedoch auch innovative Unternehmen und eine enge Kooperation innerhalb der nordischen und baltischen Region sowie mit anderen gleichgesinnten Ländern, um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaften zu gewährleisten.
Finanzsysteme und Zahlungsverkehr im Fokus
Seit der Finanzkrise 2008 wurden umfassende Maßnahmen zur Stärkung der Finanzsystem-Resilienz ergriffen.
Die Finanzmärkte im nordisch-baltischen Raum sind eng integriert, mit vernetzten Bankensystemen und gemeinsamen Interessen an der Finanzstabilität.
Die Zusammenarbeit zur Krisenvorsorge wurde seit 2008 vertieft, inklusive gemeinsamer Übungen.
Die aktuellen Konflikte unterstreichen die Notwendigkeit operativer Vorsorge gegen Risiken, wie physische Angriffe auf kritische zivile Infrastruktur.
Die Riksbank arbeitet intensiv an der Vorbereitung und betont die Zusammenarbeit mit der Nationalbank der Ukraine, um Lehren aus Zentralbankoperationen in Kriegszeiten zu ziehen.
Der Zahlungsverkehr ist eine kritische Funktion, für die die Riksbank seit 2023 verantwortlich ist, um dessen Funktionieren in Krisenzeiten zu sichern.
Autonomie durch Innovation sichern
Die starke Abhängigkeit von wenigen internationalen Zahlungsanbietern in hochdigitalisierten Ländern ist eine kritische Schwachstelle.
Eigene, robuste Zahlungslösungen auf nordischer und europäischer Infrastruktur sind daher unerlässlich, um Autonomie und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Einführung von Offline-Kartenzahlungen und die Stärkung der Bargeldposition ab Juli 2026 sind wichtige Schritte, die jedoch kontinuierlich ausgebaut werden müssen.