Südafrika: Prime Lending Rate soll durch Leitzins ersetzt werden
Die südafrikanische Zentralbank (SARB) schlägt vor, den Prime Lending Rate (PLR) durch ihren Leitzins (SPR) zu ersetzen. Dies soll die Transparenz erhöhen und die Verbindung zur Geldpolitik verdeutlichen.
Vom Basiszinssatz zur administrativen Größe
Der Prime Lending Rate (PLR) in Südafrika hat sich von einem repräsentativen Basiszinssatz zu einer rein administrativen Größe entwickelt.
Seit 2001 ist er ein fester Aufschlag von 350 Basispunkten über dem Leitzins der South African Reserve Bank (SARB), dem South African Policy Rate (SPR).
Diese Vereinfachung ermöglichte zwar die Vergleichbarkeit von Kreditzinsen und eine bessere geldpolitische Transmission, führte aber auch zu weit verbreiteten Missverständnissen.
Viele sehen den PLR immer noch als primären Referenzzinssatz für die Kreditpreisgestaltung und glauben, der feste Aufschlag trage zu überhöhten Bankgewinnen bei.
Tatsächlich werden Kreditzinsen jedoch durch die Refinanzierungskosten der Banken, deren Risikobereitschaft und die Risikoprofile der Kunden bestimmt.
Die SARB bevorzugt daher, dass der PLR als Referenzzinssatz abgeschafft und stattdessen durch den SPR ersetzt wird.
Transparenz durch direkten Bezug zum Leitzins
Die Ablösung des PLR durch den SPR soll die Transparenz erhöhen und eine klarere Verbindung zwischen geldpolitischen Entscheidungen und Kreditzinsen schaffen.
Für Verbraucher wird die Preisgestaltung von Bankkrediten verständlicher.
Die tatsächliche Kreditpreisgestaltung bleibt unverändert; Banken werden Margen über dem SPR statt dem PLR angeben.
Der Übergang erfordert jedoch eine sorgfältige Steuerung, da zahlreiche Verträge an den PLR gekoppelt sind.
Geplant sind robuste Fallback-Klauseln für neue Verträge und Safe-Harbour-Bestimmungen für die Migration bestehender Verträge.
Erfahrungen aus dem Jibar-Übergang sollen dabei helfen.
Der eigentliche Übergang soll erst nach der offiziellen Einstellung von Jibar beginnen, um Überschneidungen zu vermeiden.