Unternehmenskredite: Starkes Wachstum, wenig für Realwirtschaft
Unternehmenskredite in Südafrika stiegen binnen 12 Monaten von 5,1 auf 13,2 Prozent. Der Großteil des Wachstums floss in den Finanzsektor, während die Realwirtschaft weniger profitierte.
Finanzsektor treibt Kreditwachstum
Die Kreditvergabe an Unternehmen in Südafrika verzeichnete einen deutlichen Anstieg.
Innerhalb von zwölf Monaten, von Februar 2025 bis Februar 2026, kletterte das Wachstum von 5,1 Prozent auf bemerkenswerte 13,2 Prozent.
Dieser Zuwachs war jedoch ungleich verteilt.
Der Finanzsektor beanspruchte einen überproportional hohen Anteil der neuen Unternehmenskredite, mit einem Wachstum von 23 Prozent im genannten Zwölfmonatszeitraum.
Im Gegensatz dazu stieg die Kreditvergabe an nicht-finanzielle Unternehmen, die typischerweise mit direkten Investitionen in die produktive Wirtschaft verbunden sind, im gleichen Zeitraum lediglich um 4,4 Prozent.
Diese Diskrepanz wirft Fragen nach der tatsächlichen Wirkung des Kreditwachstums auf die südafrikanische Realwirtschaft auf.
Regulierung und Börsenkurse als Treiber
Kredite an nicht-finanzielle Unternehmen fließen üblicherweise in die produktive Wirtschaft, beispielsweise in den Bau oder die Landwirtschaft, zur Finanzierung von Betriebskapital.
Im Finanzsektor hingegen war die Kreditaufnahme primär eine Reaktion auf steigende Aktienkurse, zur Stützung der Finanzierung innerhalb von Bankenholdinggesellschaften und deren Handelsgesellschaften.
Kurzfristig trieb die Nachfrage nach Staatsanleihen und Bergbauaktien das Kreditwachstum an.
Längerfristig waren es erwartete regulatorische Änderungen, wie die Umsetzung von Basel III, die Finanzinstitute zum Aufbau von Kapitalpuffern verpflichten.
Das starke Kreditwachstum spiegelte somit primär regulatorische Anforderungen und Finanzmarktbedingungen wider, mit geringerem Fluss in die Realwirtschaft.