Geopolitische Risiken: Makroprudentielle Politik stabilisiert Bankbilanzen in Schwellenländern
Ein neues Papier der South African Reserve Bank (SARB) untersucht, wie geopolitische Risiken Bankbilanzen in kleinen offenen Schwellenländern beeinflussen. Makroprudentielle Maßnahmen können Kredite, Investitionen und Output stabilisieren.
Modellanalyse: Geopolitische Schocks belasten Schwellenländer
Ein Papier der South African Reserve Bank (SARB) kalibriert ein dynamisches stochastisches allgemeines Gleichgewichtsmodell (DSGE) für kleine offene Schwellenländer.
Es integriert Finanzfriktionen und einen exogenen geopolitischen Risikoschock (GPR), der das Länderrisikoprämium beeinflusst.
Ein positiver GPR-Schock führt zu einer Abwertung der nominalen und realen Wechselkurse und ist inflationär.
Er reduziert die aggregierte Nachfrage und erhöht die nominalen Zinssätze.
Die Finanzbedingungen verschlechtern sich durch steigende in- und ausländische Kreditkosten, was zu einem Rückgang des Eigenkapitals der Banken und einer Schrumpfung des Kreditmarktes führt.
Die Modellsimulationen zeigen, dass makroprudentielle Politik Kredite, Investitionen und die Wirtschaftsleistung vor negativen GPR-Schocks stabilisieren kann.
Allerdings führt diese Politik zu einem Trade-off zwischen Inflation und Output.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine optimale makroprudentielle Regel, zusätzlich zur Standard-Taylor-Regel, einen zusätzlichen Wohlfahrtsvorteil gegenüber einer Kombination aus Taylor-Regel und Kapitalflussmanagement bietet.
Risikoprämien: Geopolitik trifft Schwellenmärkte ungleich
Die empirische Vorab-Analyse des Papiers zeigt eine klare, wenn auch heterogene Beziehung zwischen geopolitischem Risiko (GPR) und Länderrisiko in Schwellenländern.
Die Regression des Emerging Markets Bond Index Global (EMBIG) auf den GPR-Index ergab länderspezifische Ergebnisse: Brasilien, Südafrika und Indien zeigten signifikant positive Koeffizienten, während Chile, Mexiko und die Türkei keine oder sogar negative Beziehungen aufwiesen.
Dies unterstreicht, dass die Auswirkungen von GPR auf Zinsspreads von der Art des geopolitischen Ereignisses und der spezifischen Anfälligkeit des jeweiligen Schwellenlandes abhängen.
Große Konflikte wie der Irak-Krieg 2003 und der Russland-Ukraine-Konflikt 2022 führten zu erhöhter Risikoaversion und deutlich höheren EMBIG-Spreads, während andere Spannungen weniger signifikant waren.
Ein klarer Policy-Gewinner
Die Studie liefert eine wichtige Bestätigung für die Rolle makroprudentieller Politik in Schwellenländern.
Sie zeigt klar auf, dass diese Instrumente einen messbaren Vorteil bei der Stabilisierung von Finanzmärkten gegenüber reiner Geldpolitik bieten.
Die heterogenen Auswirkungen geopolitischer Risiken unterstreichen zudem die Notwendigkeit maßgeschneiderter nationaler Strategien.