SARB erhöht Leitzins auf 7,0 Prozent
Die South African Reserve Bank (SARB) hat ihren Leitzins von 6,75 auf 7,0 Prozent angehoben. Gouverneur Lesetja Kganyago begründete dies mit anhaltenden Lieferschocks bei Öl und Lebensmitteln.
Lieferschocks zwingen zur Reaktion
Die SARB hat ihren Leitzins von 6,75 auf 7,0 Prozent angehoben, eine Reaktion auf die anhaltende Verschlechterung der Lieferschock-Lage.
Anfang März hatte der geldpolitische Ausschuss (MPC) die Zinsen noch unverändert gelassen, in der Hoffnung auf eine schnelle Entspannung der Konflikte.
Diese Hoffnungen haben sich zerschlagen: Die Straße von Hormus bleibt weitgehend geschlossen, und Infrastrukturschäden sowie Lagerbestandsabbau deuten darauf hin, dass die Preise für Golfprodukte wie Öl auf absehbare Zeit nicht auf das Niveau vom Februar zurückkehren werden.
Auch die Aussichten für Lebensmittelpreise verschlechtern sich aufgrund von Düngemittelknappheit und hohen Dieselkosten in den Lieferketten.
Hinzu kommt das Risiko eines El Niño, der im kommenden Jahr Dürren in Südafrika verursachen könnte.
Angesichts dieser Entwicklungen sah sich der MPC gezwungen, die Zinsen anzuheben.
Die Macht der Erwartungen
Kritiker argumentieren oft, die Geldpolitik könne nichts gegen Dürren oder höhere Ölpreise ausrichten.
Doch diese Sichtweise ignoriert die komplexen Mechanismen, insbesondere in kleinen, offenen Volkswirtschaften wie Südafrika.
Zwar können Zinsanpassungen die anfänglichen Schocks nicht verhindern, aber sie sind entscheidend, um zu verhindern, dass sich die Inflation verfestigt, wenn die Menschen beginnen, höhere Inflationsraten als normal zu akzeptieren.
Die Aufgabe der Zentralbank ist es, dies zu unterbinden.
Es ist schwierig, zwischen Erstrunden- und Zweitrundeneffekten zu unterscheiden, da die Geldpolitik mit Verzögerungen wirkt.
Zweitrundeneffekte manifestieren sich typischerweise in Lohnforderungen und Inflationserwartungen.
Glaubwürdigkeit in Krisenzeiten
Die Geschichte der Großen Inflation zeigt, dass Zentralbanken bei Lieferschocks ihre Glaubwürdigkeit wahren müssen, um eine Verfestigung der Teuerung zu verhindern.
Das Inflationsziel ist primär ein Instrument zur Steuerung von Erwartungen, nicht zur Abwehr initialer Schocks.
Gerade jetzt, mit frischen Inflationserinnerungen, ist ein entschlossenes Handeln zur Verankerung der Preisstabilität unerlässlich.