Kganyago warnt vor globalen Schocks und Instabilität
SARB-Gouverneur Lesetja Kganyago warnt vor einer globalen Wirtschaft im Dauer-Krisenmodus. Er identifiziert Geopolitik, Staatsverschuldung, globale Ungleichgewichte und Finanzinstabilität als Hauptrisiken.
Geopolitik und Schuldenlast: Die Doppelbelastung
SARB-Gouverneur Kganyago hebt geopolitische Konflikte als primären Risikofaktor hervor.
Kriege, wie in der Ukraine und im Nahen Osten, verursachen Angebotsschocks, die Inflation antreiben und die Wirtschaftsleistung dämpfen.
Solche externen Schocks sind für die Geldpolitik komplexer zu handhaben als nachfrageseitige Probleme.
Die SARB kann globale Ölpreise nicht direkt beeinflussen, muss aber Erwartungen steuern, um die Inflation nach dem Abklingen des Schocks zum Ziel zurückzuführen.
Dies erfordert klare Kommunikation und gegebenenfalls zeitnahe Zinsanpassungen.
Ein zweiter kritischer Faktor ist die hohe und steigende Staatsverschuldung, die zunehmend auch Industrieländer betrifft.
Das Schulden-BIP-Verhältnis der USA liegt bei über 120 Prozent, dem höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.
Der politische Wille zur Reduzierung dieser Schulden ist gering, während neue Ausgaben für Verteidigung und Alterssicherung den Druck erhöhen.
Übermäßige Staatsverschuldung bindet Ressourcen in Zinskosten, verdrängt private Investitionen und mindert die fiskalische Resilienz.
Ungleichgewichte und Marktrisiken
Kganyago thematisiert globale Ungleichgewichte, die seit COVID-19 wieder stark zugenommen haben und laut Bank of England historische Höchststände erreichen.
Diese Ungleichgewichte konzentrieren sich primär auf die USA mit großen Defiziten und China mit großen Überschüssen.
Eine effektive Lösung ist schwierig, da die Mechanismen zur Korrektur bei mächtigen Volkswirtschaften oft versagen.
Eine koordinierte makroökonomische Neuausrichtung wäre ideal, doch die fragmentierte globale Landschaft erschwert dies.
Ein weiteres Risiko sind die Finanzmärkte.
Trotz der scheinbaren Robustheit großer Aktienmärkte sind die Warnzeichen für künftigen Stress offensichtlich.
Insbesondere die intransparenten privaten Kreditmärkte, die auf 2,5 Billionen US-Dollar angewachsen sind, und die extremen Bewertungen von KI-Unternehmen bergen erhebliche Risiken.
Vorbereiten statt Vorhersagen
SARB-Gouverneur Kganyago betont, dass es für politische Entscheidungsträger effektiver ist, sich auf Krisen vorzubereiten, als sie vorherzusagen.
Obwohl die globale Finanzstabilität gefährdet ist, ist die Widerstandsfähigkeit der Schwellenmärkte ein zentrales Thema.
Eine Kerngruppe von etwa 15 Ländern, darunter Südafrika, zeigt trotz des herausfordernden Umfelds eine bemerkenswerte Resilienz.