Kganyago: SARB navigiert Angebotsschocks zu 3%-Ziel
SARB-Gouverneur Lesetja Kganyago erläutert an der Rhodes University, wie die Zentralbank Angebotsschocks begegnet, um die Inflation am 3-Prozent-Ziel zu halten. Er betont die Bedeutung eines bewährten 'Playbooks' in schwierigen Zeiten.
Vorsichtiger Start in die Krise
Die südafrikanische Wirtschaft erlebte in den letzten zwei Jahren eine positive Entwicklung, geprägt von Reformen und der Einführung eines neuen 3-Prozent-Inflationsziels.
Dies führte zu niedrigeren Kreditkosten, einem stärkeren Rand und verbesserter Zuversicht.
Südafrika wurde von der FATF-Grauen Liste gestrichen und die Kreditwürdigkeit von S&P Global Ratings hochgestuft.
Trotz globaler Herausforderungen wie Fragmentierung und US-Zöllen profitierten Schwellenländer von höheren Rohstoffpreisen und Kapitalzuflüssen.
Die South African Reserve Bank (SARB) agierte vorsichtig, vermied größere Zinssenkungen von 50 Basispunkten und hielt die Zinsen im Januar 2026 unverändert.
Diese Haltung ermöglichte es der SARB, dem Schock des Nahostkonflikts mit einer Inflation von exakt 3 Prozent entgegenzutreten, was einen guten Ausgangspunkt darstellte.
Das Playbook gegen Angebotsschocks
Für die Geldpolitik gibt es ein bewährtes Vorgehen bei angebotsseitigen Schocks: Man ignoriert die direkten Erstrundeneffekte und konzentriert sich auf die Zweitrundeneffekte.
Erstrundeneffekte, wie steigende Ölpreise, können von der Geldpolitik aufgrund ihrer Verzögerungswirkung kaum beeinflusst werden.
Die Inflation wird hierbei im Jahresvergleich gemessen, was Basiseffekte erzeugt, die kurzfristig inflationär wirken, mittelfristig aber die Inflation senken können.
Das Problem entsteht, wenn sich Preisschocks in der Wirtschaft ausbreiten und zu anhaltend höherer Inflation führen, die sich in Erwartungen und Löhnen manifestiert.
Diese Zweitrundeneffekte sind entscheidend für die Geldpolitik.
Eine 'Durchwinken'-Strategie birgt Risiken, da Schocks oft geballt auftreten und das Vertrauen in niedrige Inflation untergraben können.
Zudem bindet sie die Hände der Zentralbank und kann dazu führen, dass zu lange an der falschen Strategie festgehalten wird.
Die Bundesbank zeigte in den 1970er und 80er Jahren, dass die Übernahme der Verantwortung für die Inflation im Allgemeinen, statt das Ignorieren von Schocks, zu besseren Ergebnissen führt.
Kein 'Durchwinken' von Schocks
Die Post-COVID-Inflation lehrte, dass proaktives Handeln von Zentralbanken entscheidend ist, um Zweitrundeneffekte von Schocks zu verhindern.
Südafrika muss trotz moderat restriktiver Politik und neuem 3-Prozent-Ziel die Inflationserwartungen fester verankern.
Angesichts massiver Treibstoff- und drohender Nahrungsmittelpreisrisiken ist eine extrem vorsichtige, datenabhängige Politik zur Inflationsvermeidung unerlässlich.