SARB hält Zins, warnt vor Stagflation durch Ölpreise
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SARB hält Zins, warnt vor Stagflation durch Ölpreise

Die South African Reserve Bank (SARB) hält ihren Leitzins unverändert bei 6,75 Prozent, nachdem sie ihn im November 2025 um 25 Basispunkte gesenkt hatte. Trotzdem warnt die Zentralbank in ihrem April-Review vor einem steigenden Stagflationsrisiko durch den Nahostkonflikt und höhere Ölpreise.

Anker im Sturm

Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der SARB senkte den Leitzins im November 2025 um 25 Basispunkte auf 6,75 Prozent und hat die Zinsen seither unverändert gelassen.

Die Inflation im Inland erreichte im Februar 2026 das Ziel von 3 Prozent, wird aber kurzfristig aufgrund des Ölpreisschocks vorübergehend ansteigen, bevor sie Ende 2027 zum Ziel zurückkehrt.

Das reale Wirtschaftswachstum wird für dieses Jahr auf 1,4 Prozent prognostiziert, nach 1,1 Prozent im Jahr 2025, und soll mittelfristig auf etwa 2 Prozent steigen.

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten und die steigenden Ölpreise haben den globalen Inflationsdruck erneuert und Erwartungen einer Umkehr der Disinflation geweckt.

Die meisten großen Zentralbanken haben angesichts erhöhter Unsicherheit eine Lockerung der Geldpolitik pausiert.

Brent-Rohölpreise sind seit Kriegsbeginn um etwa 70 Prozent gestiegen, europäische Erdgaspreise um 75 Prozent.

Dies führte zu Ausverkäufen an den Finanzmärkten und erhöhter Volatilität.

Der US-Dollar profitierte von der Fluchtnachfrage.

Südafrikanische Vermögenswerte verzeichneten ebenfalls Abverkäufe.

Die globale Inflation sank 2025 auf durchschnittlich 4,2 Prozent, stagnierte jedoch im Berichtszeitraum.

Globale Unsicherheiten und lokale Resilienz

Die kurzfristige Inflationsaussicht hat sich erheblich verschlechtert.

Unsicherheiten bezüglich der Dauer des Nahostkonflikts, des Ausmaßes der Infrastrukturschäden und der Größe der Zweitrundeneffekte verschieben die Risiken nach oben.

Anhaltende Brent-Rohölpreise über 100 US-Dollar pro Barrel könnten die Inflation in diesem Jahr auf durchschnittlich 4,6 Prozent ansteigen lassen und bis zum vierten Quartal 2028 über dem Ziel halten.

Eine vorübergehende Senkung der Kraftstoffsteuer um 3 Rand pro Liter soll den inflationären Einfluss etwas dämpfen.

In der Basisszenario-Prognose der SARB, die einen weniger langwierigen Konflikt annimmt, erreicht die Gesamtinflation im zweiten Quartal dieses Jahres einen Höchststand von 4 Prozent und liegt im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent, bevor sie Ende 2027 das Ziel erreicht.

Diese kurzfristige Entwicklung liegt deutlich über der im Januar 2026 prognostizierten.

Die Kerninflation wird ebenfalls höher prognostiziert, bleibt aber innerhalb der Toleranzbandbreite.

Stagflation: Ein reales Risiko

Die SARB hat die Inflation erfolgreich auf ihr Ziel gebracht, doch externe Schocks bedrohen diesen Erfolg.

Das explizit genannte Stagflationsrisiko durch steigende Ölpreise ist keine theoretische Gefahr, sondern eine reale Herausforderung für die südafrikanische Wirtschaft.

Die vorsichtige Haltung der Zentralbank ist angesichts der globalen Unsicherheiten und der fragilen Erholung des Wirtschaftswachstums absolut gerechtfertigt.

Quelle: Monetary Policy Review – April 2026

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