Inflations-Narrative: US- und südafrikanische Konsumenten reagieren unterschiedlich auf Schocks
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Inflations-Narrative: US- und südafrikanische Konsumenten reagieren unterschiedlich auf Schocks

Eine neue SARB-Studie zeigt, wie Konsumenten in den USA und Südafrika ihre Erwartungen an Arbeitslosigkeit und Wachstum bei Inflationsschocks anpassen. US-Konsumenten sehen Angebotsschocks, Südafrikaner verknüpfen Inflation mit der allgemeinen Wirtschaftslage.

Asymmetrische Narrative in den USA, einseitige in Südafrika

Die Studie untersucht, wie Konsumenten in den USA und Südafrika ihre Überzeugungen über Arbeitslosigkeit und Wachstum als Reaktion auf Inflationsschocks aktualisieren.

Mittels eines neuartigen Experiments wurden sowohl Narrative als auch präzise Erwartungsanpassungen erhoben.

US-Konsumenten verbinden Inflationsanstiege mit Angebotsschocks und Disinflation mit Nachfrageschocks.

Südafrikaner hingegen assoziieren Inflation primär mit der allgemeinen Wirtschaftslage.

Höhere als erwartete Inflation erhöht die wahrgenommene Arbeitslosigkeit, reduziert den Konsum und – in den USA – steigert informelle Kreditaufnahmen, ohne höhere Lohnforderungen auszulösen.

Diese Muster unterstreichen die Rolle von Konsumenten-Narrativen bei der Gestaltung makroökonomischer Erwartungen, mit Implikationen für Geldpolitik, Arbeitsmarktverhalten und Verteilungsergebnisse, insbesondere in Schwellenländern, die anfällig für angebotsseitige Schocks sind.

Experimentelle Einblicke in zwei Volkswirtschaften

Die Studie analysiert experimentelle Daten aus Südafrika und den USA, erhoben zwischen Januar und Mai 2024.

Das Experiment ist darauf ausgelegt, Narrative zu erfassen und zu untersuchen, wie Inflationsänderungen mit Erwartungsänderungen bei makroökonomischen Variablen wie BIP-Wachstum und Arbeitslosigkeit sowie möglichen Verhaltensänderungen verknüpft sind.

Die Methodik umfasst ein länderübergreifendes Setting, hypothetische Inflationsvignetten zur Isolierung von Effekten und eine kontinuierliche Behandlung.

Dies ermöglicht neue Einblicke in Konsumentenverhalten in Schwellenländern, die stärker von angebotsseitigen Schocks betroffen sind.

Narrative-Macht für die Geldpolitik

Diese Studie unterstreicht die entscheidende Rolle von Konsumenten-Narrativen für makroökonomische Erwartungen und die Geldpolitik.

Zentralbanken müssen diese regional unterschiedlichen Wahrnehmungen verstehen, um ihre Kommunikationsstrategien effektiv anzupassen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine nuancierte Ansprache der Bevölkerung zur gezielten Beeinflussung der Inflationserwartungen unerlässlich ist.