SARB will Bargeld als kritische Infrastruktur regulieren
Die South African Reserve Bank (SARB) schlägt eine 'Cash Smart Strategy' vor, um Bargeld als kritische öffentliche Infrastruktur zu sichern. Ein neues Regulierungsrahmenwerk soll Kosten senken, Zugang verbessern und ethische Standards gewährleisten.
Bargeld als kritische Infrastruktur in Südafrika
Südafrikas Zahlungssystem erlebt eine rasche digitale Transformation, doch Bargeld bleibt ein grundlegender Bestandteil der Wirtschaft, besonders für informelle Märkte und Bargeld-abhängige Haushalte.
Die South African Reserve Bank (SARB) erkennt Bargeld und digitale Zahlungen als komplementäre Instrumente an.
Gleichzeitig machen strukturelle Verschiebungen im Zahlungsverhalten das Bargeld-Ökosystem teurer, weniger zugänglich und fragmentierter.
Eine SARB-Studie von 2025 zeigt, dass die jährlichen Gesamtkosten für Bargeld in Südafrika erheblich sind und letztlich von den Verbrauchern getragen werden, unter anderem durch indirekte Kosten wie Reisezeit und Kriminalität.
Unbehandelt untergraben diese Dynamiken die Erschwinglichkeit, Zugänglichkeit und Zuverlässigkeit von Bargeld, insbesondere für die schwächsten Gesellschaftsschichten.
Die SARB reagiert darauf mit der 'Cash Smart Strategy', die Bargeld als kritische öffentliche Infrastruktur betrachtet, die aktiv gesteuert werden muss, um widerstandsfähig, inklusiv und effizient zu bleiben.
Drei Säulen für ein 'Cash Smart' System
Die 'Cash Smart Strategy' basiert auf drei Zielen: Erstens, die Reduzierung der Bargeldkosten durch Beseitigung struktureller Ineffizienzen.
Zweitens, die Gewährleistung eines breiten und gerechten Zugangs zu Bargeld in städtischen und ländlichen Gebieten.
Drittens, die Verankerung einer ethischen, sicheren und verantwortungsvollen Verwaltung von physischer Währung.
Diese Ziele erkennen an, dass Marktmechanismen allein universellen Zugang, Kosteneffizienz oder systemweite Resilienz nicht garantieren können.
Zur Umsetzung schlägt die SARB einen integrierten, ökosystemweiten Regulierungsrahmen vor.
Dieser umfasst eine tätigkeitsbasierte Lizenzierung und Mindeststandards für alle Akteure, von Banken über Geldtransportunternehmen bis hin zu Einzelhändlern.
Wichtiger Schritt, aber noch kein Gesetz
Dieses Positionspapier ist ein wichtiger Schritt zur Modernisierung des Bargeld-Ökosystems in Südafrika.
Es liefert eine klare Vision und signalisiert das Engagement der SARB, Bargeld als vertrauenswürdigen und zugänglichen Pfeiler des Zahlungssystems zu erhalten.
Allerdings handelt es sich noch nicht um bindende Regulierung, sondern um eine Grundlage für zukünftige Konsultationen und detaillierte Gesetzesentwürfe.
Quelle: Position Paper | Towards a Cash Smart Society
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