Cassim: Zinskurve entscheidend für Geldpolitik
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Cassim: Zinskurve entscheidend für Geldpolitik

Rashad Cassim, stellvertretender Gouverneur der SARB, erläuterte, wie die Zentralbank Finanzmärkte und insbesondere die Zinskurve in ihre geldpolitischen Entscheidungen einbezieht. Die Zinskurve dient als zentraler Transmissionsriemen für die Geldpolitik.

Vom Repo-Satz zur Politikrate

Die South African Reserve Bank (SARB) hat ihr geldpolitisches Instrumentarium von komplexen Ansätzen zu einem einzigen Leitzins vereinfacht.

Dieser wird seit 2022 nicht mehr als Reposatz, sondern als Politikrate bezeichnet, da die SARB nun primär Einlagen von Banken entgegennimmt, anstatt sie zur Kreditaufnahme zu zwingen.

Im aktuellen Überschusssystem zahlt die SARB den Politikzins für über Nacht bei ihr hinterlegte Einlagen.

Diese Einlagen gelten als sicherstes und liquidestes Rand-Asset, gegen das sich alle anderen Finanzprodukte bepreisen.

Derzeit liegt der Politikzins bei 7,0 Prozent, während eine 91-Tage-Staatsanleihe eine Rendite von 7,26 Prozent aufweist, was die geringere Liquidität und längere Laufzeit widerspiegelt.

Zinskurve als Spiegel der Erwartungen

Die Politikrate beeinflusst die gesamte Bandbreite der Vermögenspreise, wie Hypotheken, die aktuell bei 9–10 Prozent liegen und einen Risikoaufschlag gegenüber dem Leitzins aufweisen.

Ein zentrales Element in dieser Dynamik ist die Zinskurve, die die Renditen verschiedener Staatsanleihen abbildet.

Ökonomen zerlegen langfristige Renditen in einen erwarteten Kurzfristpfad und eine Termprämie, die Risikokompensationen über die Laufzeit abbildet.

Die SARB kann durch die Steuerung der Kurzfristzinsen die gesamte Zinskurve beeinflussen und über eine glaubwürdige Inflationssteuerung auch Teile der Termprämie, indem sie Inflationsrisiken reduziert.

Externe Faktoren wie die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung beeinflussen die Termprämie jedoch ebenfalls stark.

Makro-Reset mit Risikofaktoren

Die Rede von Cassim zeichnet ein differenziertes Bild der südafrikanischen Zinskurve, die trotz fehlender realwirtschaftlicher Erholung eine bemerkenswerte Kompression erfuhr.

Diese Entwicklung unterstreicht die Macht der Erwartungen und fiskalischen Verpflichtungen, birgt jedoch das Risiko einer Entkopplung von den fundamentalen Wirtschaftsdaten.

Die SARB muss daher weiterhin die Balance zwischen Marktvertrauen und realer Wirtschaftsentwicklung finden, um nachhaltige Stabilität zu gewährleisten.