Klimawandel bedroht Südafrikas Arbeitsmarkt und Geldpolitik
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Klimawandel bedroht Südafrikas Arbeitsmarkt und Geldpolitik

Eine SARB-Studie zeigt, wie physische Klimarisiken Südafrikas Arbeitsmarkt destabilisieren und Herausforderungen für Fiskal- und Geldpolitik schaffen. Besonders betroffen sind geringqualifizierte Arbeitskräfte, während Klimamigration Löhne drückt.

Drei Klimaszenarien mit gravierenden Folgen

Dieses Papier untersucht die Auswirkungen physischer Klimawandelrisiken auf den südafrikanischen Arbeitsmarkt und die daraus resultierenden Herausforderungen für Fiskal- und Geldpolitiker.

Mittels des 'University of Pretoria General Equilibrium Model' modellieren wir drei Klimarisikoszenarien: sinkende landwirtschaftliche Produktivität, zunehmende Wasserknappheit und klimabedingte Arbeitsmigration.

Die Ergebnisse zeigen, dass reduzierte landwirtschaftliche Produktivität und klimabedingte Migration die signifikantesten negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung haben, während die Effekte der Wasserknappheit vergleichsweise gedämpft sind.

Über alle Szenarien hinweg sind geringqualifizierte Arbeitskräfte überproportional betroffen, wobei klimabedingte Migration die Insider-Outsider-Dynamik verstärkt und die Löhne für die anfälligsten Segmente der Arbeitskräfte drückt.

Dies erfordert koordinierte fiskalische Interventionen, einschließlich aktiver Arbeitsmarktpolitik und Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur.

Südafrikas doppelte Klimabelastung

Südafrikanische Arbeitsmärkte sind besonders anfällig für Klimafolgen, da sie stark von fossilen Brennstoffen abhängen und viele Arbeitskräfte in hitzeexponierten Sektoren wie Landwirtschaft, Bauwesen und Tourismus beschäftigt sind.

Ein großer Anteil informeller Arbeitskräfte mit geringer Anpassungsfähigkeit und begrenztem Sozialschutz verschärft die Situation.

Diese Umweltrisiken addieren sich zum bestehenden Druck auf den Arbeitsmarkt, wo die offizielle Arbeitslosenquote bei 31,9 Prozent liegt.

Die Operationen und Rahmenwerke von Zentralbanken wie der SARB werden von klimabedingten Arbeitsmarktrisiken beeinflusst, obwohl die Literatur zu den makroökonomischen Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitsmärkte eine bemerkenswerte Lücke aufweist.

Weckruf für die SARB

Die Studie schließt eine kritische Lücke, indem sie Klimarisiken direkt mit Arbeitsmarkt- und geldpolitischen Implikationen verknüpft.

Ihre Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit koordinierter fiskalischer und geldpolitischer Reaktionen, um gefährdete Arbeitskräfte zu schützen und die Finanzstabilität zu gewährleisten.

Ein Ignorieren dieser Risiken könnte Südafrikas wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig gefährden.