Nationalbank hält Leitzins bei 0 Prozent – Interventionsbereitschaft erhöht
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) belässt ihren Leitzins unverändert bei 0 Prozent. Angesichts des Nahost-Konflikts erhöht die SNB ihre Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren.
Nullzins und Franken-Schutz
Der SNB-Leitzins bleibt bei 0 Prozent.
Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst, wobei der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite weiterhin 0,25 Prozentpunkte beträgt.
Die Nationalbank ist bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren, um einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken, die die Preisstabilität in der Schweiz gefährden könnte.
Die bedingte Inflationsprognose liegt kurzfristig höher als im Dezember, mittelfristig ist der Inflationsdruck jedoch kaum verändert.
Globale Risiken und verhaltenes Wachstum
Die Weltwirtschaft wuchs im vierten Quartal solide, doch die Unsicherheit hat durch den Nahost-Konflikt zugenommen.
Die SNB erwartet im Basisszenario einen kurzfristigen Anstieg der Energiepreise und eine vorübergehende Verlangsamung des globalen Wachstums.
Für die Schweiz sind die Wirtschaftsaussichten in den kommenden Monaten unsicher, mit einem verhaltenen Wachstum kurzfristig und einer Belebung mittelfristig.
Die SNB prognostiziert für 2026 ein Wachstum von rund 1 Prozent und für 2027 von rund 1,5 Prozent.
Das Hauptrisiko bleibt die Entwicklung der Weltwirtschaft.
Stabilität unter Druck
Die Entscheidung der SNB, den Leitzins bei 0 Prozent zu halten, signalisiert eine vorsichtige Haltung, die der Wechselkursstabilität inmitten geopolitischer Spannungen Priorität einräumt.
Obwohl die Inflation niedrig bleibt, unterstreicht die erhöhte Interventionsbereitschaft Bedenken hinsichtlich importierter Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Dieser Schritt verdeutlicht die einzigartige Herausforderung der SNB, die heimische Preisstabilität mit externen Schocks in Einklang zu bringen.