Schweizer Leistungsbilanz auf 16 Mrd. Franken gesunken
Der Leistungsbilanzsaldo der Schweiz sank im 1. Quartal 2026 auf 16 Mrd. Franken. Dies entspricht einem Rückgang um 11 Mrd. Franken gegenüber dem Vorjahresquartal, hauptsächlich bedingt durch den Warenhandel.
Warenhandel drückt Leistungsbilanz
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Schweiz einen Leistungsbilanzsaldo von 16 Mrd. Franken, ein Rückgang um 11 Mrd. Franken im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Dieser Rückgang ist primär auf den Warenhandel zurückzuführen.
Während der Goldhandel zu nicht-monetären Zwecken im Vorjahr noch einen Überschuss aufwies, resultierte im Berichtsquartal ein Defizit.
Zudem reduzierte sich der Saldo des klassischen Warenhandels.
Die übrigen Komponenten der Leistungsbilanz zeigten vergleichsweise geringe Veränderungen: Der Dienstleistungshandel fiel etwas weniger negativ aus, und die Salden der Primär- und Sekundäreinkommen blieben nahezu unverändert.
Der hohe Überschuss im Vorjahresquartal relativiert den aktuellen Rückgang, da dieser als Ausnahme zu betrachten ist.
Kapitalbilanz und Auslandvermögen wachsen
Die Kapitalbilanz der Schweiz zeigte im 1. Quartal 2026 einen Saldo von 29 Mrd. Franken, resultierend aus einem Nettozugang von 66 Mrd. Franken bei den Aktiven und 37 Mrd. Franken bei den Passiven.
Umfangreiche Firmenkäufe im Ausland durch schweizerische Unternehmen (Direktinvestitionen) sowie der Erwerb langfristiger Schuldtitel ausländischer Emittenten trugen massgeblich zum Anstieg der Aktiven bei.
Auf der Passivseite erhöhten ausländische Akteure ihre Einlagen bei Geschäftsbanken und der Nationalbank.
Das Nettoauslandvermögen stieg im gleichen Zeitraum um 18 Mrd. auf 974 Mrd. Franken.
Obwohl Transaktionen aus der Kapitalbilanz zu diesen Zunahmen führten, wirkten preisbedingte Bewertungsverluste durch gefallene Börsenkurse im In- und Ausland dieser Entwicklung entgegen.
Strukturelle Stärke trotz Rückgang
Der Rückgang des Leistungsbilanzsaldos ist primär auf temporäre Faktoren im Warenhandel zurückzuführen und sollte nicht überinterpretiert werden.
Die Zunahme des Nettoauslandvermögens unterstreicht die strukturelle Stärke der Schweizer Wirtschaft und ihre Attraktivität für Investoren.
Trotz kurzfristiger Schwankungen bleibt die Schweiz ein Nettoexporteur von Kapital, was ihre Rolle als stabiler Finanzplatz festigt.