SNB-Studie: Digitale Währungen und Bargeldrückgang fordern Geld-Gleichförmigkeit
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SNB-Studie: Digitale Währungen und Bargeldrückgang fordern Geld-Gleichförmigkeit

Eine neue Economic Note der Schweizerischen Nationalbank (SNB) untersucht, wie neue private Digitalwährungen und der Rückgang des Bargelds die Gleichförmigkeit des Geldes herausfordern. Die Autoren Severin Bernhard und Philipp Haene ziehen Lehren aus der Geschichte und diskutieren Maßnahmen für Behörden, um diese zu unterstützen.

Digitale Währungen und schwindendes Bargeld

In modernen Volkswirtschaften wird die Gleichförmigkeit des Geldes oft als selbstverständlich angesehen.

Doch neue Entwicklungen wie der Rückgang der Bargeldnutzung und das Aufkommen privater Digitalwährungen wie Stablecoins stellen diese infrage.

Die SNB-Ökonomen Severin Bernhard und Philipp Haene analysieren, wie mangelndes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit von Emittenten und die Angemessenheit von Reserven die Gleichförmigkeit untergraben können.

Insbesondere leicht regulierte Emittenten sind anfällig.

Geschlossene Netzwerke und Programmierbarkeit, etwa durch Verfallsdaten, können die Interoperabilität und Konvertierbarkeit einschränken, was zu einem fragmentierten Geldsystem führt.

Auch der anhaltende Rückgang der Bargeldnutzung birgt Risiken, da er die Konvertierbarkeit von privatem in öffentliches Geld schwächen könnte, obwohl Zentralbanken weiterhin Bargeld bereitstellen.

Historische Blaupausen für die Geld-Gleichförmigkeit

Historische Beispiele bieten wertvolle Einblicke, insbesondere aus Zeiten des 'Free Banking'.

Im New England des 19. Jahrhunderts zirkulierten Banknoten privater Banken oft mit Abschlag.

Das Suffolk Bank System agierte von 1830 bis 1858 als Clearingstelle, wobei teilnehmende Banken unverzinsliche Einlagen hielten.

Dies führte zu einer weitgehenden Gleichförmigkeit der Banknoten.

In der Schweiz wurde 1850 der Franken eingeführt, doch private Banknoten zirkulierten mit variablen Abschlägen.

Das Eidgenössische Banknotengesetz von 1881 regulierte die Notenbanken, führte gemeinsame Berichtsstandards ein und forderte die Annahme von Banknoten zum Nennwert.

Dies reduzierte die Abschläge und förderte die Gleichförmigkeit erheblich.

Proaktives Handeln ist gefragt

Die Studie verdeutlicht, dass die Gleichförmigkeit des Geldes kein Selbstläufer ist und proaktives Handeln erfordert.

Während digitale Innovationen Effizienz versprechen, müssen Regulierer die Balance zwischen Wettbewerb und Finanzstabilität wahren.

Die Verfügbarkeit von Bargeld bleibt dabei ein wichtiger, wenn auch schwindender, Pfeiler der Geld-Gleichförmigkeit.