Dollar-Dominanz verstärkt Volatilität durch Cross-Trades
Die Dominanz des US-Dollars im FX-Markt erhöht dessen Volatilität. Eine SNB-Studie zeigt, dass Cross-Trades, bei denen der Dollar als Vehikelwährung dient, Preisschwankungen verstärken und ein fundamentales Dilemma offenbaren.
Cross-Trades als Volatilitätstreiber
Der US-Dollar ist an 88 Prozent der globalen Devisentransaktionen beteiligt, primär als Vehikelwährung.
Eine neue SNB-Studie von Bordier, Frei und Stalder entwickelt eine innovative Methodik, um sogenannte USD-Cross-Trades mittels Hochfrequenzdaten zu identifizieren.
Die Forscher belegen, dass diese Cross-Trades signifikante Preisschwankungen in USD-Wechselkursen verursachen und die aggregierte USD-Volatilität verstärken.
Dies offenbart einen fundamentalen Zielkonflikt: Während die Dollar-Dominanz die Marktliquidität verbessert, erhöht sie gleichzeitig die Anfälligkeit der Währung für Schocks aus anderen Währungspaaren.
Konkret führt eine Standardabweichung Zunahme im Cross-Trading zu einem Anstieg der Dollar-Volatilität um bis zu 12 Prozent.
Die Studie hebt hervor, dass die Nutzung des USD als Vehikelwährung Volatilitätsübertragungen im Währungsnetzwerk verschärft und die Exposition des USD gegenüber Unsicherheiten in anderen Währungen steigert.
Die Methodik identifiziert Trade-Paare, die innerhalb einer Sekunde in zwei USD-Paaren stattfinden, sich in Größe und Richtung aufheben und kosteneffizienter sind als direkte Trades.
Die Kehrseite der Liquidität
Die Dominanz des US-Dollars prägt die Finanzmärkte seit Jahrzehnten und steht jüngst vor Herausforderungen, die eine aktive Debatte über Nutzen und Risiken ausgelöst haben.
Im Devisenmarkt dient der USD oft als Vehikelwährung, um den Handel zwischen anderen Währungen zu erleichtern und von besseren Liquiditätsbedingungen zu profitieren.
Diese Konzentration birgt jedoch systemische Risiken: Ein Informationsschock zwischen zwei Nicht-USD-Währungen kann über den Umweg des Dollars auf diesen übergreifen und dessen Volatilität erhöhen.
Die Autoren hypothethisieren, dass über den USD ausgeführte Trades die Sensitivität des Dollars gegenüber exogenen Schocks in Fremdwährungen verstärken.
Die Studie zielt darauf ab, diese Cross-Trades zu identifizieren, zu quantifizieren und ihre Auswirkungen auf die Wechselkursvolatilität des USD zu analysieren.
Liquidität mit Nebenwirkungen
Die Studie liefert eine wichtige Nuance zur Debatte um die Dollar-Dominanz.
Sie zeigt, dass die Vorteile der Liquidität mit einem erhöhten Risiko für Volatilitätsübertragungen erkauft werden.
Für Zentralbanken bedeutet dies, dass die globale Rolle des Dollars auch eine Quelle unerwarteter Instabilität sein kann.