SNB-Studie: Informationslücken variieren Geldpolitik-Lags
Eine neue Studie von SNB-Ökonomen zeigt, wie Informationsmechanismen die Übertragungsverzögerungen der Geldpolitik variabel machen. Firmen bilden Prognosen und Nowcasts, was zu endogenen Preisanpassungsverzögerungen führt.
Prognosen, Nowcasts und variable Preisanpassung
Wirtschaftliche Entscheidungen sind von Unsicherheit geprägt, sowohl hinsichtlich des aktuellen Zustands als auch der zukünftigen Entwicklung.
Rationale Akteure nutzen duale Strategien: Prognosen für langfristige Trends und Nowcasts für kurzfristige Abweichungen.
Diese Interaktion prägt das aggregierte Preisverhalten.
Die Studie modelliert dies als ein Realoptionsproblem, bei dem Firmen kontinuierliche, verrauschte Hochfrequenzsignale und diskrete, präzise Niederfrequenzsignale erhalten.
Dies führt zu einer endogenen Untätigkeitsregion, in der Firmen Preisanpassungen verzögern, bis ausreichende Informationen vorliegen.
Das Rahmenwerk liefert eine mikrofundierte Erklärung für Preisstarrheit, die nicht auf exogenen Menükosten basiert, und reproduziert beobachtete Schweizer Preisanpassungsmuster sowie die hochvariablen Übertragungsverzögerungen der Geldpolitik.
Endogene Rigiditäten und Marktdynamik
Auf makroökonomischer Ebene bestimmen diese unscheduled, asymmetrischen Anpassungen die Geschwindigkeit und das Ausmaß der geldpolitischen Transmission.
Zinsschocks beschleunigen die Übertragung mittelfristiger Inflationsdrücke auf die Preise, während erhöhte Prognoseunsicherheit diesen Pass-Through dämpft.
Die Studie validiert diese theoretischen Vorhersagen mit Schweizer Daten und zeigt, dass Firmen rational handeln, aber nur begrenzte Einblicke in breitere ökonomische Zusammenhänge haben.
Dies stellt Standardrahmenwerke in Frage, die umfassendes makroökonomisches Wissen annehmen.
Der Ansatz überbrückt die Literatur zu verrauschter und klebriger Information mit Modellen der Knightschen Unsicherheit, ohne exogene Menükosten oder Informationsbeschaffungskosten zu benötigen.
Ein neuer Blick auf alte Fragen
Dieses Papier bietet eine bedeutende Mikrofundierung für das Verständnis geldpolitischer Verzögerungen, jenseits traditioneller Menükosten.
Indem es die Rolle der Informationsverarbeitung und endogener Untätigkeit hervorhebt, liefert es eine nuanciertere Sicht auf Preisstarrheit und deren Implikationen für die Zentralbankpolitik.
Die Ergebnisse legen nahe, dass politische Entscheidungsträger die duale Erwartungsbildung von Unternehmen bei der Bewertung der Geschwindigkeit und Wirksamkeit der geldpolitischen Transmission berücksichtigen müssen.