SNB-Studie: CIP-Verletzungen prägen Devisen-Basis-Kurven-Dynamik
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SNB-Studie: CIP-Verletzungen prägen Devisen-Basis-Kurven-Dynamik

Eine neue SNB-Studie von David Borner und Heiko Sorg untersucht die anhaltenden Verletzungen der gedeckten Zinsparität (CIP) in der USD/CHF-Devisen-Basis-Kurve. Sie identifizieren drei funktionale Komponenten, die fast die gesamte Kurvendynamik erklären, beeinflusst von Faktoren wie US-Geldpolitik und Swap-Linien.

Drei Komponenten der Kurvendynamik

Die Studie analysiert die tägliche Dynamik der USD/CHF-Devisen-Basis-Kurve von März 2018 bis Dezember 2025 mittels funktionaler Hauptkomponentenanalyse (FPCA).

Dabei werden drei Hauptkomponenten identifiziert, die nahezu die gesamte Kurvendynamik erklären.

Die erste Komponente, die etwa drei Viertel der Gesamtvariation ausmacht, zeigt breite, parallele Bewegungen über alle Laufzeiten hinweg und ist langlebig.

Die zweite Komponente erklärt rund 18 Prozent der Variation und beeinflusst hauptsächlich die Steigung der Kurve, wobei sie schneller reagiert und kurzfristige Trendepisoden aufweist.

Die dritte Funktion, die etwa 8 Prozent der Variation ausmacht, konzentriert sich auf das sehr kurze Ende und zeigt scharfe, vorübergehende Ausschläge, insbesondere um Quartalsendtermine herum.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kurve der CIP-Abweichungen sowohl von langsamen strukturellen Kräften als auch von schnellen Anpassungen der relativen Preise zwischen den Laufzeiten geprägt wird.

Makro-Faktoren und Arbitrage-Grenzen

Die Studie verknüpft die identifizierten Kurvenkomponenten mit ökonomischen Treibern.

Sie unterscheidet dabei zwischen makrofinanziellen Variablen wie US-Geldpolitik und Fed-Swap-Linien sowie Faktoren, die Bilanzbeschränkungen von Händlerbanken erfassen.

Empirische Belege zeigen, dass CIP-implizite Carry-Möglichkeiten und US-Geldpolitik die gesamte Basis-Kurve verbreitern.

Fed-Swap-Linien-Ankündigungen verringern hingegen die Abweichungen über das gesamte Laufzeitenspektrum, was auf eine Entspannung der Dollar-Finanzierungsbedingungen hindeutet.

In Phasen globaler Turbulenzen reagieren CIP-Abweichungen auf Kredit- und Kapitalstress, während Finanzierungsstress die Kurve steiler macht.

Ein tieferer Blick ins System

Die Studie bietet eine umfassendere Perspektive auf tägliche CIP-Verletzungen, indem sie strukturelle Kräfte von temporären Arbitrage-Friktionen trennt.

Die identifizierten Komponenten zeigen, dass Abweichungen tief in makrofinanziellen Bedingungen und Bankbilanzen verwurzelt sind.

Dies ist entscheidend für das Verständnis der globalen Dollar-Finanzierungsmärkte und deren Stabilität.