Laboureix: Finanzkrisen kennen keine Sektorgrenzen
Dominique Laboureix, Vorsitzende der Resolution Steering Group des SRB, fordert eine sektorübergreifende Krisenbereitschaft. Finanzkrisen respektierten keine Sektorgrenzen, daher müsse die Vorbereitung gemeinsam erfolgen, so Laboureix auf einem FSB ReSolve Event.
Sektorgrenzen sind Illusion
Finanzkrisen respektieren keine Sektorgrenzen und breiten sich über Märkte und Industrien hinweg aus.
Die globale Finanzkrise 2008 zeigte dies exemplarisch: Der Zusammenbruch von Lehman Brothers löste einen Vertrauensverlust aus, während die Rettung von AIG systemische Risiken im Versicherungssektor offenbarte.
AIGs massive Engagements in Credit Default Swaps und das weitreichende Gegenparteiennetzwerk, das globale Banken umfasste, führten zu akuten Liquiditätsengpässen und verdeutlichten die Übertragungswege von Stress.
Diese Interkonnektivität hat sich seither verstärkt, was eine „gemeinsame Bereitschaft“ über traditionelle Grenzen hinweg erfordert.
Das FSB ReSolve Event zielt darauf ab, ein gemeinsames Verständnis der praktischen Herausforderungen zu schaffen und Beziehungen zu stärken, die in Krisenzeiten von unschätzbarem Wert sind.
Die unbequeme Frage der Resolution
Eine zentrale Frage ist, ob die Konsequenzen einer Resolution über Sektoren hinweg ausreichend verstanden werden.
Könnte die Abwicklung einer Bank unvorhergesehene Auswirkungen auf einen Versicherer oder eine zentrale Gegenpartei haben, oder umgekehrt?
Ziel ist die Resilienz des gesamten Finanzsystems, wofür Übertragungskanäle und Lücken in der Vorsorge identifiziert werden müssen.
Rechtliche Rahmenwerke sind essenziell, doch „Bereitschaft“ macht sie operativ, indem Pläne in der Realität getestet werden.
Glaubwürdigkeit entsteht vor der Krise durch die Stärkung operativer Fähigkeiten und die Beseitigung von Hindernissen.
Das FSB setzt internationale Standards, doch die tägliche Arbeit der Arbeitsgruppen übersetzt diese Prinzipien in die operative Realität.
Gemeinsam statt einsam
Diese Rede unterstreicht einen kritischen Wandel im Krisenmanagement, der über isolierte Ansätze hinausgeht, um tiefe finanzielle Interdependenzen anzuerkennen.
Die Betonung der „Joint Readiness“ ist überfällig und essenziell, um zukünftige, unvorhersehbare Krisen effektiv zu bewältigen.
Nur durch eine solche umfassende, sektorübergreifende Zusammenarbeit kann das Finanzsystem als Ganzes resilienter werden.