Laboureix: Bankenunion braucht ganzheitliche Reformen
SRB-Vorsitzende Dominique Laboureix sprach vor dem ECON-Ausschuss über die Zukunft der Bankenunion. Sie betonte die Notwendigkeit ganzheitlicher Reformen für Vereinfachung und Wettbewerbsfähigkeit.
MREL und Liquidität: Keine isolierten Lösungen
Einige argumentieren, MREL-Anforderungen seien zu hoch.
Doch MREL hat seinen Grund: Es stellt sicher, dass die Abwicklung mit Investorengeldern finanziert werden kann und die Bank nach der Abwicklung ihre Kapitalanforderungen erfüllt.
Eine isolierte Betrachtung von MREL, Kapitalanforderungen und Aufsichtserwartungen funktioniert nicht.
Ohne ausreichend MREL würde die Abwicklung scheitern und die Finanzstabilität wäre gefährdet.
Ähnliches gilt für die Liquidität: Banken wären wettbewerbsfähiger, wenn Liquidität frei zwischen Tochtergesellschaften innerhalb der Bankenunion zirkulieren könnte.
Die bestehenden Anforderungen spiegeln jedoch das Fehlen einer gemeinsamen Einlagensicherung und einer adäquaten Liquiditätsfazilität jenseits des Einheitlichen Abwicklungsfonds wider.
Um diese Anforderungen zu lockern, müssen die strukturellen Lücken geschlossen werden.
Vertrauensbildung ist der Schlüssel zu einer wettbewerbsfähigeren Bankenunion.
Globale Glaubwürdigkeit als Eckpfeiler
Die internationale Glaubwürdigkeit des europäischen Krisenmanagements ist entscheidend.
Finanzstabilität ist global, und Abwicklungsbehörden weltweit arbeiten eng zusammen, wie Laboureix als Vorsitzende der FSB Resolution Steering Group betont.
Dies ist relevant bei der Abwicklung grenzüberschreitender Banken, wo Drittland-Rechtsrahmen zu berücksichtigen sind.
Fortschritte beim grenzüberschreitenden Bail-in sind hier wichtig.
Gleichzeitig darf der Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit keine neuen Komplexitätsebenen in Entscheidungsprozesse bringen.
Die Unabhängigkeit des Einheitlichen Abwicklungsmechanismus (SRM) muss gewahrt bleiben, und Abwicklungsbehörden benötigen Flexibilität bei der Anwendung ihrer Instrumente.
Ganzheitlich statt Stückwerk
Laboureix' Forderung nach einem ganzheitlichen Ansatz ist eine klare Absage an populistische Schnellschüsse.
Sie unterstreicht, dass echte Vereinfachung nur durch das Schließen struktureller Lücken gelingt.
Für die Stabilität der Bankenunion ist diese Perspektive entscheidend, um nicht nur intern, sondern auch international Vertrauen zu schaffen.