SRB aktualisiert Leitfaden zu Liquidität in der Bankenabwicklung
Die Einheitliche Abwicklungsbehörde (SRB) hat eine öffentliche Konsultation zu ihrem aktualisierten operationellen Leitfaden für Banken zur Liquidität und Finanzierung in der Abwicklung gestartet. Ziel ist es, die Erwartungen an die Abwicklungsfähigkeit zu präzisieren und zu vereinfachen.
Abwicklungsfähigkeit: Neue Regeln für Liquidität
Die Einheitliche Abwicklungsbehörde (SRB) hat ihren aktualisierten operationellen Leitfaden zur Liquidität und Finanzierung in der Abwicklung zur Konsultation gestellt.
Dieses Dokument präzisiert die Erwartungen an die Abwicklungsfähigkeit von Banken und ersetzt drei frühere Leitfäden, die sich auf die Prinzipien der SRB Expectations for Banks (EfB) bezogen.
Ziel der Überarbeitung ist es, die Klarheit der Erwartungen zu erhöhen, insbesondere bei der Identifizierung von Key Liquidity Entities (KLEs) und Key Liquidity Drivers (KLDs), und redundante Vorgaben zu entfernen.
Der Leitfaden gilt für Banken, die der direkten Zuständigkeit der SRB unterliegen und für die eine Abwicklung die bevorzugte Strategie ist.
Dies schließt auch Tochtergesellschaften von Bankengruppen außerhalb der Bankenunion ("hosted banks") ein, die die Einhaltung der Erwartungen lokal, auf Gruppenebene oder kombiniert nachweisen müssen.
Die SRB betont, dass die Erwartungen allgemein gehalten sind und von den Internal Resolution Teams (IRTs) unter Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten und des Proportionalitätsprinzips angepasst werden können.
KLEs und KLDs: Wer braucht Liquidität?
Zur Schätzung des Liquiditäts- und Finanzierungsbedarfs in der Abwicklung müssen Banken ihre Key Liquidity Entities (KLEs) und Key Liquidity Drivers (KLDs) identifizieren.
Diese Identifizierung ist entscheidend für die Entwicklung von Schätzungsmethoden, die das Geschäftsmodell und die Unternehmensstruktur der Banken widerspiegeln.
Zu den KLEs zählen mindestens relevante Rechtseinheiten (RLEs) und wesentliche Rechtseinheiten (MLEs) gemäß EU-Verordnungen.
Auch signifikante Zweigniederlassungen und Special Purpose Vehicles (SPVs) sind zu berücksichtigen.
Die entwickelten Methoden sollen sowohl in der Abwicklungsplanung als auch in Krisenfällen angewendet werden.
Die Einhaltung der Erwartungen wird auf Ebene jeder KLE erwartet, wobei Anpassungen nach Absprache mit den Internal Resolution Teams (IRTs) möglich sind.
Komplexität bleibt Herausforderung
Die SRB-Konsultation strebt zwar eine willkommene Klarheit und Vereinfachung an, doch die inhärente Komplexität der Liquiditäts- und Finanzierungsplanung in der Abwicklung bleibt eine enorme Herausforderung für Banken.
Trotz der Betonung des Proportionalitätsprinzips erfordern die detaillierten Anforderungen weiterhin erhebliche interne Ressourcen und eine robuste Dateninfrastruktur.
Die tatsächliche Wirksamkeit des Leitfadens wird sich erst in einem realen Krisenszenario zeigen, wo die Theorie auf die harte Realität trifft.