Europas Bankenunion: Vereinfachung und Vollendung als Wettbewerbsmotor
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Europas Bankenunion: Vereinfachung und Vollendung als Wettbewerbsmotor

Dominique Laboureix, Vorsitzender des Einheitlichen Abwicklungsausschusses (SRB), fordert eine einfachere und vollständigere Bankenunion. Dies sei entscheidend, um Europas Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

81 Milliarden Euro für Stabilität: Fortschritte und der Ruf nach Vereinfachung

Europa hat in den letzten zehn Jahren erhebliche Fortschritte beim Aufbau der Bankenunion erzielt.

Das einheitliche Regelwerk, der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) und der Einheitliche Abwicklungsmechanismus (SRM) haben die regulatorische Fragmentierung reduziert.

Abwicklungspläne sind für alle großen Banken vorhanden, und der Einheitliche Abwicklungsfonds (SRF) hat ein Volumen von rund 81 Milliarden Euro erreicht.

Laboureix betont, dass nun eine Vereinfachung des Rahmens notwendig sei.

Der SRB arbeite bereits daran, unnötigen Verwaltungsaufwand zu reduzieren, Berichtspflichten zu straffen und Abwicklungsplanungszyklen proportionaler zu gestalten.

Vereinfachung bedeute nicht Schwächung, sondern Effizienzsteigerung.

Einlagensicherung und Liquidität: Die unvollendete Union

Trotz der Fortschritte bleibt die Vollendung der Bankenunion eine Priorität.

Laboureix hebt zwei entscheidende fehlende Elemente hervor: ein europäisches Einlagensicherungssystem (EDIS) und die Liquiditätsversorgung in der Abwicklung.

Während Aufsicht und Abwicklung europäisch integriert sind, bleibt der Einlagenschutz national organisiert.

Dies führe zu fragmentiertem Vertrauen, Kapital und Liquidität, was die grenzüberschreitende Bankenintegration begrenzt und die Effizienz der Banken bei der Unterstützung der europäischen Wirtschaft reduziert.

Eine integrierte Einlagensicherung würde das Vertrauen der Einleger stärken und die finanzielle Integration vertiefen.