Laboureix: Bankenabwicklung muss sich auf schnelle Krisen einstellen
SRB-Vorsitzende Dominique Laboureix betonte auf der SRB Economic Conference 2025 die Notwendigkeit, die Bankenabwicklung an neue Herausforderungen anzupassen. Sie verwies auf das anhaltende „Too Big to Fail“-Problem und die schnelle Ausbreitung von Krisen.
Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand
Mehr als fünfzehn Jahre nach der globalen Finanzkrise und der Einführung der FSB-Schlüsselattribute stellt sich weiterhin die Frage: Haben sich die Markterwartungen bezüglich staatlicher Unterstützung für Großbanken wirklich geändert?
Ein Diskussionspapier deutet darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Gläubiger großer Banken Verluste tragen, gestiegen ist.
Dies sei ein gutes Zeichen für das wachsende Vertrauen in den Abwicklungsrahmen.
Dennoch sei der Weg nicht abgeschlossen, da Glaubwürdigkeit langsam durch institutionelles Design und konsistente Politik aufgebaut werde.
Die Tatsache, dass Märkte immer noch eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit für staatliche Unterstützung annehmen, zeige, dass die Glaubwürdigkeit ständig getestet werde.
Laboureix schloss positiv: „Ich werde dafür bezahlt, mir Sorgen zu machen, aber dieses Mal möchte ich positiv sein: Wir kommen voran.“
Die Geschwindigkeit der Krise
Historisch betrachtet führen Krisen oft zu einer stärkeren Konzentration in Bankensystemen, wobei große Institute ihre Bedeutung ausbauen.
Dies wirft die Frage auf, ob das politische Umfeld diese Entwicklung, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, fördert und somit die Bewältigung zukünftiger Krisen erschwert.
Gleichzeitig zeigen neue Forschungen, dass Stress sich durch Digitalisierung und Instant-Payment-Technologien extrem schnell im Finanzsystem ausbreiten kann.
Die Reaktionszeit für Aufsichts- und Abwicklungsbehörden verkürzt sich drastisch, was eine schnelle und entschlossene Liquiditätsbereitstellung erfordert.
Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit, „krisenbereit“ zu bleiben und analytische Instrumente anzupassen.
Kein Ende der Reise
Die Rede verdeutlicht, dass trotz Fortschritten grundlegende Herausforderungen wie „Too Big to Fail“ und die schnelle Krisenausbreitung bestehen bleiben.
Sie unterstreicht die kontinuierliche Notwendigkeit adaptiver Politikrahmen und robuster Forschung, um die Finanzstabilität zu gewährleisten.
Der Aufruf zum fortgesetzten Dialog ist entscheidend, da die Evolution des Finanzsystems ständige Wachsamkeit und intellektuelle Strenge von allen Beteiligten erfordert.