Günstigere Kartengebühren und offene POS-Terminals für Mexiko
Die mexikanische Zentralbank und die Finanzaufsicht CNBV haben einen Verordnungsentwurf für den Kartenzahlungsverkehr vorgelegt. Die Reform sieht schrittweise sinkende Interbankenentgelte sowie eine strikte Interoperabilität aller Bezahlterminals vor.
Zwei Hebel gegen teure Bezahlabwicklung
Die mexikanische Notenbank Banco de México und die Bankenaufsicht CNBV treiben die Modernisierung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs voran.
Der vorgelegte Verordnungsentwurf setzt an zwei Hebeln an: Erstens sollen die Interbankenentgelte für Kartenzahlungen schrittweise sinken, um die Transaktionskosten der Händler zu verringern und die Kartenakzeptanz im Einzelhandel zu steigern.
Zweitens verschärft die Aufsicht die Vorgaben zur Interoperabilität.
Jedes Point-of-Sale-Terminal muss künftig sämtliche Zahlungskarten verarbeiten können – unabhängig von Kartenausgeber, Acquirer oder dem jeweiligen Kartennetzwerk.
Die Behörden wollen so den Wettbewerb stärken und Innovationen bei digitalen Bezahlverfahren fördern.
Zweite Runde nach breiter Marktresonanz
Das aktuelle Dokument baut auf einer ersten Konsultationsrunde aus dem Oktober 2025 auf.
Wegen der Vielzahl detaillierter Rückmeldungen aus der Finanzbranche hatten Banxico und CNBV die Auswertungsphase verlängert, um die Marktbedürfnisse präziser zu berücksichtigen.
Der überarbeitete Entwurf steht auf dem Portal der mexikanischen Digitalagentur zur Einsicht bereit.
Marktteilnehmer und die Öffentlichkeit können ihre Stellungnahmen bis zum 24. September 2026 um 18:00 Uhr Ortszeit digital einreichen.
Angriff auf geschlossene Silos
Mexikos Zahlungsmarkt leidet unter hohen Händlergebühren und isolierten Terminalsystemen.
Die Pflicht zu echter Interoperabilität bricht endlich die Vorherrschaft geschlossener Netze auf.
Entscheidend bleibt nun, wie zügig die Aufsicht die Entgeltgrenzen gegen Branchenwiderstand durchsetzt.