Leitzins verharrt einstimmig bei 6,50 Prozent
Die mexikanische Zentralbank belässt den Leitzins einstimmig bei 6,50 Prozent. Der Gouverneursrat um Chefin Victoria Rodríguez Ceja begründet die Zinspause mit der rückläufigen Gesamtinflation von 3,10 Prozent und anhaltender geldpolitischer Restriktion.
Fünf Stimmen für die Zinspause
Alle fünf Ratsmitglieder – Gouverneurin Victoria Rodríguez Ceja sowie Galia Borja Gómez, José Gabriel Cuadra García, Jonathan Ernest Heath Constable und Omar Mejía Castelazo – stimmten für die Beibehaltung des Leitzinses bei 6,50 Prozent.
Die Währungshüter verwiesen auf die deutliche Entspannung an der Preisfront: Die Gesamtinflation ging in der ersten Julihälfte auf 3,10 Prozent zurück, nach 3,55 Prozent im Juni.
Auch die Kernrate fiel mit 3,95 Prozent erstmals seit Mai 2025 wieder unter die Vier-Prozent-Marke.
Ausschlaggebend für das Votum war die Einschätzung, dass die bestehende geldpolitische Restriktion ausreicht, um die Teuerung bis zum vierten Quartal 2027 nachhaltig auf das Drei-Prozent-Ziel zurückzuführen.
Dienstleistungspreise bremsen Konvergenz
Trotz des BIP-Wachstums von 1,5 Prozent im zweiten Quartal verharrt die Produktionslücke im negativen Bereich.
Sorgen bereitet vor allem die Dienstleistungsinflation, die mit 4,36 Prozent seit Ende 2021 über vier Prozent verweilt.
Zudem belasten geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die volatile Entwicklung der Energiepreise das globale Umfeld.
Zwar stützt die Aufwertung des Peso um 3,5 Prozent seit Jahresbeginn den Disinflationsprozess, doch der Rat stuft die Aufwärtsrisiken für die Teuerung weiterhin als dominant ein.
Taktisches Stillhalten
Das Stillhalten ist angesichts hartnäckiger Dienstleistungspreise folgerichtig.
Der Rückgang der Gesamtinflation beruht primär auf volatilen Einmaleffekten und täuscht über den bestehenden Kostendruck hinweg.
Solange die Kernteuerung nicht verlässlich nachgibt, verbieten sich verfrühte Zinssenkungen von selbst.