Harte Kernkapitalquote sinkt im Stresstest auf 14,6 Prozent
Im simulierten Krisenszenario der Bankenaufsicht sinkt die harte Kernkapitalquote kleiner und mittelgroßer deutscher Institute um 3,8 Prozentpunkte auf 14,6 Prozent. Bafin und Bundesbank sehen die 1.113 geprüften Häuser im Aggregat dennoch solide kapitalisiert.
Puffer schrumpfen im geopolitischen Schock
An der gemeinsamen Erhebung von Bafin und Deutscher Bundesbank nahmen 1.113 kleine und mittelgroße Kreditinstitute teil, die rund 38 Prozent der aggregierten Bilanzsumme in Deutschland repräsentieren.
In dem simulierten Szenario einer schweren geopolitischen Krise schrumpft die aggregierte harte Kernkapitalquote um rund 3,8 Prozentpunkte von zuvor 18,4 Prozent auf 14,6 Prozent.
Als Haupttreiber für diesen Rückgang identifizierte die Aufsicht Wertberichtigungen im Adress- und Marktrisikobereich.
Zwar würden mehrere Dutzend Institute unter extremem Stress ihre aufsichtlichen Mindestanforderungen verfehlen, die Gesamtzahl betroffener Häuser fiel jedoch geringer aus als beim vorherigen Stresstest 2024.
Steigende Erträge und neue Frühwarnschwellen
Trotz anhaltender Risiken bei Gewerbeimmobilien erwarten die Institute einen Anstieg der Gesamtkapitalrentabilität von 0,43 Prozent im Jahr 2025 auf 0,64 Prozent im Jahr 2028.
Zugleich soll die Kernkapitalquote im Schnitt auf 19,1 Prozent steigen, wenngleich jedes fünfte Haus mit Rückgängen rechnet.
Methodisch reformierte die Aufsicht den Test: Eine Eigenmittelempfehlung erhalten künftig nur noch Institute, deren Quote im Stressfall unter die Mindestanforderung plus einen Puffer von 500 Basispunkten fällt.
Stabiles Polster mit blinden Flecken
Die aggregierte Solidität verschleiert akute Schwachstellen einzelner Häuser.
Vor allem die Schieflagen bei Gewerbeimmobilien treffen regionale Institute härter als prognostiziert.
Der Stresstest beruhigt für den Moment, unterschätzt aber die späten Kreditausfälle.