Kapitalpuffer bleibt bei null Prozent trotz Rekordschulden
Der Ausschuss für Finanzstabilität der brasilianischen Zentralbank belässt den antizyklischen Kapitalpuffer bei null Prozent. Gleichzeitig warnt das Gremium vor der historisch hohen Einkommensbelastung privater Haushalte durch teure Kredite.
Schuldenlast und intransparente Fondsstrukturen
Auf seiner 66. Sitzung unter Vorsitz von Gabriel Galípolo beließ das Comef den antizyklischen Kapitalpuffer (ACCPBrasil) bei 0 Prozent.
Trotz stabiler Liquidität und Kapitalausstattung der Banken schlägt das Gremium Alarm: Die Einkommensbelastung brasilianischer Familien durch Schuldendienst erreichte den höchsten Stand der Zeitreihe.
Besonders teure Kreditformen dominieren die Verbindlichkeiten, weshalb die Zentralbank regulatorische Gegenmaßnahmen vorbereitet.
Parallel verlangsamt sich das klassische Bankkreditwachstum, während der Markt für Forderungsfonds (FIDCs) und Unternehmensanleihen kräftig expandiert.
Das Comef warnte vor mehrstufigen Fondsstrukturen, die Risiken verschleiern und die Transparenz für Investoren erschweren.
Cyberrisken und Zahlungsverkehr im Visier
Neben Kreditrisiken rückten operative Schwachstellen in den Fokus.
Das Comef verwies auf gravierende Cybervorfälle im Jahr 2026, bei denen virtuelle Vermögenswerte verstärkt zur Verschleierung von Betrugsgeldern dienten.
Zudem verschärft die Notenbank die Aufsicht über Banking-as-a-Service-Modelle und Zahlungssysteme.
Bei Zahlungsabwicklungen tragen die Systembetreiber das Restrisiko; Zahlungsströme sind gesetzlich geschützt.
Stresstests belegen zwar die Widerstandskraft des Bankensektors, das größte Verlustrisiko bliebe jedoch ein Vertrauensverlust in das staatliche Finanzregime.
Riskantes Zögern an zwei Fronten
Den Puffer bei null Prozent zu halten, ist angesichts der Schuldenberge privater Haushalte ein riskantes Spiel.
Zwar stehen die Bankbilanzen stabil da, doch das Wachstum opaker Kreditfonds untergräbt das Sicherheitsnetz.
Die Notenbank muss ihren Warnungen zügig regulatorische Taten folgen lassen.
Quelle: BC - Comef - Ata da 66ª Reunião do Comef
IN: