Leitzins auf 13,75 Prozent gesenkt
Das Copom der brasilianischen Zentralbank hat den Leitzins einstimmig auf 13,75 Prozent gesenkt. Der geldpolitische Ausschuss begründete die Entscheidung mit einer allmählichen Konjunkturabkühlung und betont trotz hoher Unsicherheiten die Notwendigkeit restriktiver Geldpolitik.
Einstimmiges Votum für 13,75 Prozent
Der geldpolitische Ausschuss senkte den Leitzins Selic auf 13,75 Prozent.
Alle sieben Mitglieder um Präsident Gabriel Muricca Galípolo sowie Ailton de Aquino Santos, Gilneu Francisco Astolfi Vivan, Izabela Moreira Correa, Nilton José Schneider David, Paulo Picchetti und Rodrigo Alves Teixeira votierten für den Schritt.
Die Inflationsprojektionen des BCB liegen für 2026 bei 5,2 Prozent, für 2027 bei 3,9 Prozent und für das erste Quartal 2028 bei 3,2 Prozent.
Die Markterwartungen aus der Focus-Umfrage notieren mit 4,9 Prozent für 2026 und 4,3 Prozent für 2027 weiter über dem offiziellen Ziel.
Als Modellannahme diente ein Wechselkurs von 5,15 Real pro US-Dollar.
Entankerung der Erwartungen erzwingt Härte
Die brasilianische Wirtschaft verlangsamt sich in den zyklischen Sektoren, während der Arbeitsmarkt mit historisch niedriger Arbeitslosigkeit angespannt bleibt.
Das Protokoll hebt Risiken durch nachlassende fiskalische Disziplin hervor, die den neutralen Zinssatz anheben könnten.
Da die Inflationserwartungen entankert bleiben, fordert das Gremium Ausdauer: „In einem Umfeld entankerter Erwartungen ist eine stärkere und längere geldpolitische Restriktion erforderlich.“
Lockerung auf Zehenspitzen
Der Zinsschritt auf 13,75 Prozent bringt Entlastung, bleibt vor dem Hintergrund hoher Teuerungsraten jedoch defensiv.
Das Copom vollzieht eine Gratwanderung zwischen schwächerer Konjunktur und entankerten Inflationserwartungen.
Für eine geldpolitische Entwarnung ist es angesichts der fiskalischen Risiken viel zu früh.